USA-Geschäft: Exporte geschrumpft, Investitionen stabil

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Die US-Experten Michael Zettel (Accenture, links) und Christian Helmenstein (IV)

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Laut Zahlen der US-Handelskammer in Österreich sind die Importe stabil, im Dienstleistungssektor gab es 2025 sogar ein Plus. Doch die US-Riesen sind stärker gezwungen, in Europa zu investieren.

Digitale Souveränität ist derzeit ein Reizwort für US-amerikanische Unternehmen. Unter diesem Schlagwort gibt Europas Politik das Ziel vor, künftig weniger von den US-Tech-Riesen wie Microsoft oder Google abhängig sein zu wollen und mehr auf eigene Lösungen zu setzen. „Das wird sich in den Zahlen niederschlagen", so Michael Zettel, Präsident der US-Handelskammer (AmCham) in Österreich, „allerdings erst mit Zeitverzögerung". Zu groß ist derzeit die Abhängigkeit noch, außerdem haben US-Giganten wie Amazon bereits angekündigt, eigene Europatöchter zu gründen.

Zettel präsentierte gemeinsam mit der Unternehmensberatung Accenture, deren Österreich-Chef er bis Ende Mai ist, die jährliche AmCham-Studie zu den transatlantischen Handelsbeziehungen. Wenig überraschend angesichts der Trump'schen Zölle sind Österreichs Ausfuhren in die USA 2025 deutlich eingeknickt. Die Vereinigten Staaten bleiben aber trotz dem Rückgang des Exportvolumens um 20,4 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zweitwichtigstes Lieferziel der heimischen Industrie, nach Deutschland und nur mehr knapp vor Italien.

„Der US-Anteil in den Exporten ist erstmals seit langem gesunken" - von 8,5 Prozent im Vorjahr 2024 auf 6,8 Prozent im vergangenen Jahr, erklärte Zettel. Die US-Importe stagnierten. In Summe verringerte sich der seit rund einem Vierteljahrhundert bestehende österreichische Handelsbilanzüberschuss mit den USA deutlich. Den deutlichsten Rückgang gab es bei den pharmazeutischen Exporten, die mehr als halbiert wurden. Die Ausfuhren von Maschinen und Geräten sanken um 18 Prozent.

Anstieg bei Dienstleistungen

Positiv in beide Richtungen entwickelten sich die Dienstleistungsexporte - wobei jene von den USA in Richtung Österreich 2025 auf 4,3 Mrd. Euro stiegen. Die österreichischen Dienstleistungsexporte hatten einen Wert von 3,7 Mrd. Euro. Wichtigster Bereich war hier in beide Richtungen die Forschung und Entwicklung, sowie Rechts- und Wirtschaftsdienstleistungen. Eine wichtige Rolle spielen beim transatlantischen Handel mit Dienstleistungen auch die Informations- und Kommunikationstechnologien und der Reiseverkehr.

Die AmCham sprach sich angesichts der Handelsstreitigkeit als Folge der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump für mehr Freihandel und den Abbau protektionistischer Maßnahmen aus. Studienautor Christian Helmenstein vom Wirtschaftsforschungsinstitut Economica, zugleich Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV), strich die wirtschaftliche Bedeutung beider Länder füreinander hervor. Er rechnet allerdings nicht damit, dass es unter Trump noch zu einem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA kommen wird.

Bei den direkten Investitionen machte sich eine gewisse Zurückhaltung bei österreichischen Unternehmen bemerkbar. Sie investierten 2025 mit 22,8 Mrd. Euro um 4,6 Prozent weniger in den USA. Die US-Direktinvestitionen in Österreich stiegen hingegen auf 18,7 Mrd. Euro.

Lesen Sie zu österreichischen Investitionen in den USA auch die aktuelle trend-Coverstory Trotzdem USA, erschienen am 22. Mai 2026.

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