RBI macht Tempo bei Addiko-Übernahme

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Nach dem überraschenden Angebot im April macht die RBI nun offenbar Tempo beim Übernahmepoker um die Addiko-Bank.

Jetzt soll es rasch gehen: Die RBI treibt die geplante Übernahme der Addiko Bank voran und rechnet bald mit der Freigabe der Angebotsunterlagen. Das freiwillige Übernahmeangebot werde derzeit von der Übernahmekommission geprüft und voraussichtlich spätestens am 19. Mai veröffentlicht, sagte RBI-Chef Johann Strobl am Dienstag in einer Telefonkonferenz, über die das deutsche Handelsblatt berichtet.

Die RBI bietet 23,05 Euro pro Addiko-Aktie, was zu einer Bewertung von 450 Millionen Euro führt. Voraussetzung für die Übernahme wäre eine Mindestannahmequote von 75 Prozent. 

Nach der Veröffentlichung laufe eine zehnwöchige Annahmefrist. „Bis Ende Juli sollten wir eine gute Vorstellung davon haben, ob wir erfolgreich sind“, sagte Strobl den Analysten. Der Abschluss der Transaktion werde für das vierte Quartal erwartet.

Die an der Wiener Börse gelistet Addiko Bank hat sich auf Privatkunden und KMU spezialisiert, und hat sechs Tochterbanken in Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und dem Montenegro.

Konkurrent aus Slowenien bietet mehr

Zu der höheren Konkurrenzofferte der slowenischen Nova Ljubljanska Banka (NLB) von 29 Euro je Aktie wollte sich Strobl nicht äußern. Er betonte jedoch die hohe Transaktionssicherheit der RBI-Offerte, die für Aktionäre nach den schwierigen vergangenen Monaten wichtig sei.

Mit dem Zukauf will die RBI zur viertgrößten Bank in Kroatien aufsteigen und in den slowenischen Markt zurückkehren. Das Nicht-EU-Geschäft soll jedoch umgehend weitergereicht werden: Strobl bekräftigte den Plan, vier Addiko-Töchter auf dem Balkan an die serbische Alta Group zu verkaufen, der knapp 30 Prozent der Addiko-Anteile zugerechnet werden. 

Durch diesen Weiterverkauf sinke die Belastung der harten Kernkapitalquote von zunächst 45 auf letztlich nur zehn Basispunkte. Ein Preismechanismus solle zudem die Gleichbehandlung aller Addiko-Aktionäre sicherstellen, falls die abzuspaltenden Töchter bei einer unabhängigen Bewertung teurer eingestuft würden.

Die Addiko-Führung hatte sich von der RBI-Offerte Anfang April überrascht gezeigt, da es zuvor keinen Kontakt gegeben habe. Bei den RBI-Aktionären überwog damals die Skepsis.

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