Autozulieferer Pollmann: Sanierungsverfahren beantragt

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Das niederösterreichische Unternehmen Pollmann kämpft mit 74 Millionen Euro Schulden und beantragt für drei Gesellschaften ein Sanierungsverfahren. Die Produktion soll weiterlaufen und ein Großteil der 500 Jobs erhalten bleiben.

Für drei Gesellschaften der in der Autozulieferer-Branche tätigen Pollmann-Gruppe ist am Dienstag am Landesgericht Krems die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beantragt worden. Betroffen sind die Pollmann International GmbH, die Pollmann Austria GmbH und die Pollmann Werkzeugbau GmbH mit Hauptsitz in Karlstein an der Thaya in Niederösterreich. Beschäftigt werden insgesamt 500 Mitarbeiter. Eine Fortführung der Unternehmen werde angestrebt, die Produktion laufe weiter, wurde in einer Aussendung betont. Geplant sei weiters „kein Kahlschlag“, Ziel sei, „einen Großteil“ der Beschäftigten zu halten, wurde seitens des Unternehmens auf Anfrage konkretisiert. Es gebe „weit fortgeschrittene Investorengespräche“.

Der Schuldenstand der drei Gesellschaften wird mit 74 Millionen Euro angegeben. „Aufgrund der Vielzahl der betroffenen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer wurden der Betriebsrat und die Arbeiterkammer in den Prozess eng eingebunden“, hieß es in der Mitteilung. Die ausländischen Tochterunternehmen in Tschechien, Mexiko und China seien von den österreichischen Verfahren ebenso wenig betroffen wie die Maxxom Automation GmbH.

Verwiesen wurde darauf, dass die Neuaufstellung des Unternehmens seit einiger Zeit laufe. „Ein Wechsel an der Unternehmensspitze, die Zusammenlegung und Verlagerung von einem Standort nach Karlstein, der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegenschaften sowie parallel dazu ein strukturiert aufgesetzter Investorenprozess“ wurden hervorgehoben. „Für ein Unternehmen dieser Größenordnung ist ein Wandel und eine Restrukturierung in dieser Dimension aus eigener Kraft schwer umsetzbar, weshalb die Einleitung der Sanierungsverfahren nicht vermeidbar war.“ Begleitet werden die Gesellschaften nun von der Insolvenzrechtsexpertin Andrea Fruhstorfer. Grund für den Sanierungsbedarf sei der „strukturelle Wandel der Automobilindustrie“, eine „dauerhafte Verschiebung, die derzeit viele europäische Zulieferer“ treffe. Weltweit wachse die Automobilproduktion weiter, der Druck entstehe im europäischen Markt.

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