Neue Deutsche-Bahn-Chefin will beim Management sparen

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Ex-ÖBB-Managerin Evelyn Palla ortet bei der Konzernleitung Einsparpotenzial von bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr.

Beim Umbau der Deutschen Bahn soll auch die Konzernleitung einen spürbaren Beitrag leisten. Bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr sollten dort eingespart werden, sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla am Montagabend beim Neujahrsempfang des Unternehmens vor Journalisten. Sie ließ offen, ab wann das Ziel im Berliner Bahn-Tower erreicht werden soll. Es werde eine deutliche Verschlankung und mehr Verantwortung für die operativen Einheiten geben.

2026 werde das Jahr des Umbaus, ab Sommer sei eine zweite Veränderungswelle zu erwarten, so Palla, die von 2015 bis 2019 als Managerin für die ÖBB tätig war. Die gebürtige Südtirolerin, die seit Oktober im neuen Amt ist und bei der Deutschen Bahn vorher den Regionalverkehr verantwortet hatte, hat bereits die Vorstände in der Holding und bei den Töchtern verkleinert. Im Dezember hatte Palla angekündigt, in der Holding sollten mindestens 30 Prozent der Jobs wegfallen - von aktuell rund 3.500 Stellen.

Die Bahn-Chefin hat der Unpünktlichkeit den Kampf angesagt, die am Image des Konzerns nagt. Außerdem soll das operative Ergebnis gedreht werden. Palla sagte, die Pünktlichkeit werde aber dieses Jahr noch ein Problem bleiben. Es gebe mit rund 28.000 Baustellen insgesamt 2.000 mehr als im vergangenen Jahr. Damit soll das marode Schienennetz saniert werden, kurzfristig führt dies aber noch zu vielen Verspätungen, weil das Netz ohnehin schon überlastet ist.

Zu Geschäftszielen äußerte sich Bahn-Chefin Palla nicht. Ein Insider hatte der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt gesagt, 2026 plane die Bahn mit einem Umsatz von gut 28 Milliarden Euro. Unter dem Strich dürfte noch ein Verlust von rund 180 Millionen Euro anfallen. Im operativen Geschäft wird aber mit einem positiven Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von rund 500 Millionen Euro kalkuliert.

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