
Das niederösterreichische Unternehmen Marinomed ist zum zweiten Mal pleite. Die unbesicherten Verbindlichkeiten betragen bis zu 23 Millionen Euro, knapp 90 Gläubiger sind betroffen.
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Die niederösterreichische Marinomed Biotech AG ist erneut insolvent und hat beim Landesgericht Korneuburg die Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Schulden würden sich auf rund 27,9 Millionen Euro belaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Gläubigerschützer beziffern die unbesicherten Verbindlichkeiten auf 22 bis 23 Millionen Euro. Knapp 90 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.
Marinomed beschäftigt rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Korneuburg. Im Vorjahr betrug der Umsatz rund 7,7 Millionen Euro. Vergangenen Donnerstag hatte die Pharmafirma bereits angekündigt, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung zu beantragen. Der Aktienkurs brach daraufhin von 9,0 Euro auf 3,8 Euro ein und erholte sich dann wieder auf zuletzt 6,0 Euro. Der Börsenwert (Marktkapitalisierung) der Pharmafirma belief sich auf zwölf Millionen Euro.
Anlass für das Insolvenzverfahren sind laut Unternehmensangaben fehlende „Earn-out-Zahlungen“ des französischen Pharmaunternehmens Unither aus dem Verkauf des Carragelose-Geschäftsbereichs und der Abbruch von Verhandlungen durch Unither. Damit könne der gerichtlich genehmigte Sanierungsplan aus dem November 2024 nicht erfüllt werden, erklärte das niederösterreichische Pharmaunternehmen.
Marinomed bietet seinen Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans, an. „Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird die Fortführung des Unternehmens sowie die Angemessenheit und Erfüllbarkeit des Sanierungsplans zu prüfen haben“, so Gläubigerschützer Alexander Greifeneder vom KSV 1870.
Das biopharmazeutische Unternehmen wurde im Jahr 2006 als Spin-off der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegründet. Die Marinomed ging Anfang 2019 an die Wiener Börse.