
Google-Regionaldirektorin für die Alpenregion Christine Antlanger-Winter am 23. April 2026 beim Spatenstich in Kronstorf.
©APA-Images/APA/Helmut FohringerNach 18 Jahren Planung haben die Bauarbeiten tatsächlich begonnen: Google errichtet sein erstes Rechenzentrum in Österreich.
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Am Donnerstag wurde in Kronstorf bei Linz offiziell der Spatenstich für ein Rechenzentrum des US-Konzerns Google gesetzt. Für 2027 ist die Inbetriebnahme vorgesehen, 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, teilte die zuständige Geschäftsführerin Christine Antlanger-Winter mit. Baukosten nannte sie nicht, sprach aber von einer „signifikanten Investition“. Die Maximalkapazität für den Strombedarf betrage 150 Megawatt. Antlanger-Winter betonte die hohe Energieeffizienz von Google-Datenzentren. So sei es in den vergangenen fünf Jahren gelungen, die Rechenleistung bei gleicher Energie um das Sechsfache zu steigern. 2030 solle Kronstorf CO2-frei sein.
„Jetzt geht es los“, freute sich nicht nur Antlanger-Winter in der Pressekonferenz. Landeshauptmann Thomas Stelzer sprach von einem „wichtigen Signal“, das der Weltkonzern in einer schwierigen Zeit ausgesendet habe und sprach ein „herzliches Dankeschön“ ob der Konjunkturbelebung aus. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner bezeichnete den Tag als „Meilenstein für ein zukunftsfittes“ Oberösterreich. Das Datencenter sei weltweit Nummer 37, in Europa Nummer 11 und für Österreich das erste, hob er hervor.
Der Kronstorfer Bürgermeister Christian Kolarik sieht in dem neuen Zentrum auch einen „Magnet für Betriebsansiedlungen“ in der Region. So wie für Wien die Sachertorte oder für Linz die Linzer Torte gebe es nun für die Region Kronstorf eine Mehlspeise: den „Googlhupf“. Der Hargelsberger Bürgermeister Christoph Lichtenauer war erfreut, dass er für das seit Jahren geplante Projekt nun offiziell den Namen des Unternehmens aussprechen könne. Über Jahre war das Grundstück Gegenstand von Spekulationen, wurde in den Medien auch Österreich geheimnisumwittertste Baustelle genannt. Der US-Konzern äußerte sich nie offiziell zu dem Projekt.
Vorübergehender Baustopp nach Finanzpolizeikontrolle
Der Baubeginn, der schon vor dem offiziellen Spatenstich erfolgt war, war nicht ganz reibungslos gelaufen. Die Finanzpolizei hat bei einer Kontrolle der Baustelle 26 Übertretungen nach sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, eine gewerberechtliche Übertretung sowie vier Verstöße nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz festgestellt, hatte das Finanzministerium Anfang März mitgeteilt. Der US-Konzern stoppte darauf die Bauarbeiten vorübergehend. Die Geschäftsführerin betonte am Donnerstag, dass ausschließlich Subunternehmer betroffen gewesen seien. Mittlerweile seien entsprechende Compliance-Vereinbarungen ausverhandelt worden, um Verstöße künftig zu verhindern.
Bereits im Jahr 2008 hatte sich Google ein 70 Hektar großes Grundstück in Kronstorf gesichert, kam der vertraglich festgelegten Bauverpflichtung über Jahre aber nicht nach. Über den regionalen Betriebsansiedlungsverband Inkoba und die oberösterreichische Standortagentur Business Upper Austria wurde die teilweise Rückabwicklung des Verkaufs in Gang gesetzt. Schließlich einigte man sich darauf, dass Google 50 Hektar behält, 20 Hektar wurden zurückgekauft.