DHK-Präsident Pötsch: Mehr Tempo bei Reformen

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DHK Präsident Hans Dieter Pötsch

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Der Handel zwischen Deutschland und Österreich zieht wieder an. Aber rasche Reformen sind laut Deutscher Handelskammer in Österreich notwendig, um den Trend nachhaltig abzusichern.

Nach Rückgängen in den Jahren 2023 und 2024 sind die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Österreich zuletzt wieder stärker geworden. So stieg das bilaterale Handelsvolumen laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 2025 um 4,1 Prozent auf 134,1 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte nach Österreich erhöhten sich um 4,5 Prozent auf knapp 80 Milliarden Euro. Österreich ist damit wieder auf Rang sieben der wichtigsten Absatzmärkte Deutschlands vorgerückt. Die deutschen Importe aus Österreich legten um 4,7 Prozent auf 54,1 Milliarden Euro zu. Österreich bleibt damit der neuntwichtigste Lieferant Deutschlands. „Wir sollten uns von dieser Entwicklung aber nicht täuschen lassen. Wir sehen keinen Aufschwung, sondern nur ein zartes Pflänzchen der Konjunkturbelebung“, sagt Hans Dieter Pötsch, DHK-Präsident sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG und Vorstandsvorsitzender der Porsche SE, im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK).

Zentrale Handlungsfelder

Dieses Pflänzchen sei aber wieder in Gefahr, da sich das Umfeld, in dem deutsche und österreichische Unternehmen agierten, grundlegend geändert habe:  Die Exporte in zentrale Märkte wie USA und China würden zurückgehen, gleichzeitig nähmen geopolitische Spannungen zu, Lieferketten würden fragiler, und der internationale Wettbewerb verschärfe sich. „Europa, Deutschland und Österreich haben an Wettbewerbsfähigkeit verloren, nicht weil es uns an Know-how und industrieller Stärke fehlt, sondern, weil wir zu langsam geworden sind“, sagt Pötsch und fordert mehr Tempo bei Genehmigungen, bei Investitionen und Reformen im Bildungsbereich.  

Ohne qualifizierte Fachkräfte werde keine Transformation gelingen. Pötsch spricht sich für moderne Bildungssysteme, eine Stärkung technischer und digitaler Kompetenzen und eine gezielte Fachkräfte-Zuwanderung aus. Europa verfüge über exzellente Forschung. Aber es bräuchte mehr Geschwindigkeit bei der Skalierung, besseren Zugang zu Kapital und stärkere Vernetzung zwischen Wirtschaft und Forschung. „Innovation ist die Währung der Zukunft und diese Währung wird global neu verteilt“, sagt der DHK-Präsident. Darüber hinaus mahnt er eine konsequente Entbürokratisierung, schnellere Genehmigungsverfahren und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen ein.

Stärkere Zusammenarbeit

Darüber hinaus sei ihm ein Punkt besonders wichtig: „Deutschland und Österreich müssen ihre Kräfte noch stärker bündeln. Gerade im Bereich der Innovation und Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie liegt großes Potenzial“, so Pötsch. Die Volkswirtschaften seien eng verflochten, die industriellen Stärken ergänzten sich. „Wenn wir diese Zusammenarbeit gezielt ausbauen, können wir gemeinsam stärker sein als jeder für sich“, sagt er. Dafür brauche es aber die entsprechenden Rahmenbedingungen und die erwähnten Reformen.

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