Rechtsschutzversicherer: Test von Tarifen und Servicequalität

Rechtsschutzversicherer: Test von Tarifen und Servicequalität

Recht haben und Recht bekommen gehen bekanntlich nicht immer Hand in Hand – was oft auch daran liegt, dass das finanzielle Risiko bei der Durchsetzung der eigenen Rechtsansprüche gescheut wird. Eine Rechtsschutzversicherung kann hier Abhilfe schaffen. Welcher Versicherer die beste Mischung aus Prämie und Leistung bietet und wo auch die Servicequalität stimmt, wenn man mal Hilfe benötigt, hat die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien nun in Kooperation mit dem Wirtschaftsmagazin trend näher untersucht.

Die folgenden neun Versicherer wurden in die Tests eingeschlossen:

  • • Allianz
  • • ARAG
  • • D.A.S.
  • • Donau Versicherung
  • • Generali Versicherung
  • • ROLAND
  • • UNIQA
  • • Wiener Städtische Versicherung
  • • Zurich

Das Testurteil setzt sich aus den Leistungen der Versicherer in den folgenden drei Haupttestkategorien zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtwertung eingingen:

  • 1. Tarife: Wie hoch sind die Kosten für KFZ- und Konsumentenrechtsschutz? Welche Tarifleistungen sind inkludiert? (60% des Gesamtwertes)

  • 2. Transparenz & Komfort: Sind die wichtigsten Versicherungs- und Vertragsbedingungen klar ersichtlich? Wie komfortabel ist die Website? (20% des Gesamtwertes)

  • 3. Kundendienst: Wurden die Testkunden freundlich und zuvorkommend behandelt und umfassend und kompetent beraten? (20% des Gesamtwertes)

Die Leistungen in den Kategorien Tarife sowie Transparenz & Komfort wurden durch Experten analysiert. Der Kundendienst wurde durch qualifizierte und verdeckte Tester bewertet. Dabei wurde jeder Anbieter 5-mal per Email und 5-mal telefonisch getestet.

Einsparpotential von bis zu 64%

Zur Analyse der Tarife wurden sowohl die Prämien als auch die Versicherungsleistungen genauer betrachtet. Dazu wurden die Beiträge für die KFZ-Rechtsschutzversicherung (38-jähriger Single, Angestellter, ein KFZ) sowie für eine Konsumentenrechtsschutzversicherung (Deckungsumfang: Schadenersatz-, Straf-, Allgemeiner Vertrags-, Arbeitsgerichts-, Sozialversicherungs-, Beratungs-, Steuer-, Daten-Rechtsschutz ,38-jähriger Familienvater, Angestellter, zwei Kinder (drei und sechs Jahre), Mieter, kein KFZ) jeweils mit und ohne freie Anwaltswahl bei den Versicherern angefragt. Diese wurden in Relation zu den entsprechenden Tarifleistungen wie z.B. der Versicherungssumme oder den versicherten Fällen gesetzt. Das Resultat: Deutliche Unterschiede in den Beitragshöhen der Versicherer - durch Wechsel in den günstigsten Tarif lassen sich bei der Konsumentenrechtsschutzversicherung bis zu 64%, bei der KFZ-Rechtschutzversicherung bis zu 39% sparen.

Unterscheide im Leistungsspektrum sollten beachtet werden

Wer sich für einen neuen, günstigeren Tarif entscheidet, sollte allerdings auch beachten, welche Leistungen damit verbunden sind. Denn auch wenn nicht alle günstigen Tarife automatisch mit einem geringeren Leistungsspektrum verbunden sind, werden oft nicht alle Eventualitäten abgedeckt. So fehlt z.B. bei der KFZ-Rechtsschutzversicherung in einigen Tarifen der sogenannte Lenker-Rechtsschutz, der Schutz beim Fahren fremder Fahrzeuge bietet, sowie der Lenker-Vertrags-Rechtsschutz, der beispielsweise Schutz in Bezug auf Fahrzeugmietverträge bietet. Unterschiede finden sich auch in der Versicherungssumme: Während einige Versicherungen hier Kosten von bis zu 250.000 Euro ersetzen, zahlen andere nur maximal 66.000 Euro. Und auch wenn die Versicherungssumme allgemein hoch angesetzt ist, kann es sein, dass für bestimmte Fälle, wie z.B. eine außergerichtliche Mediation, Höchstgrenzen angesetzt sind, die zwischen 600 und 4.200 Euro variieren können.

Wer also Wert auf einen umfassenden Schutz legt, sollte nicht nur nach dem Preis schauen. Bei vielen Versicherern gibt es zudem nicht nur vorgefertigte Tarifpakete, stattdessen kann die Versicherung mitunter im Baukastenprinzip aus einer Vielzahl an Zusatzpaketen je nach individuellem Bedarf zusammengestellt werden. Die besten Tarife mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis fanden die Tester bei der Zurich, gefolgt von der UNIQA und ROLAND.

Webseiten zeigen nach wie vor Optimierungspotential

In der Kategorie Transparenz & Komfort wurde v.a. erfasst, wie übersichtlich die zentralen Versicherungsbedingungen sowie die Beiträge bereits auf den Webseiten der Versicherer aufgeführt waren bzw. ob sie sich überhaupt dort wiederfanden. Wie auch schon die Erfahrung bei anderen ÖGVS-Versicherungstests z.B. zum Thema KFZ- oder Haushaltsversicherer zeigte, boten die Webseiten der Unternehmen häufig leider nur recht spärliche Informationen an. So stellten beispielsweise nur drei der neun getesteten Versicherer online einen Beitragsrechner zur Ermittlung der individuellen Rechtsschutz-Prämie zur Verfügung.

Mankos auch bei der Transparenz: Die detaillierten Versicherungsbedingungen zu den angebotenen Rechtsschutz-Tarifen fanden sich ebenfalls nur bei drei Anbietern deutlich sichtbar im Umfeld der Tarifbeschreibung verlinkt. Positiv fiel hingegen auf, dass sieben der neun Anbieter die in ihren Rechtsschutzversicherungen enthaltenen Leistungen auch ausführlich aufführten und v.a. verständlich anhand von Beispielen erklärten. Letzteres ist gerade für juristische Laien wichtig, um z.B. beurteilen zu können, ob ein Fahrzeugvertragsrechtsschutz und ein Lenkerrechtsschutz reichen, oder ob auch noch ein Lenkervertragsrechtsschutz benötigt wird. Führend im Bereich Transparenz & Komfort zeigte sich die Zurich, gefolgt von der D.A.S. und der UNIQA.

Defizite bei Kompetenz und Erreichbarkeit des Kundendienstes

Schließlich wurden noch der Kundendienst per Telefon und Email bezüglich Erreichbarkeit, Freundlichkeit und Kompetenz getestet. Dazu wurden telefonisch als auch per E-Mail Fragen zu Tarifwahl, rechtlichen Belangen oder Leistungsumfang gestellt. Mängel zeigten sich hier v.a. im Bereich der Kompetenz der Kundendienst-Mitarbeiter: Fragen wurden des Öfteren falsch oder gar nicht beantwortet und auch bei Erhalt einer Antwort fiel diese – v.a. im Email-Verkehr - oft nur sehr knapp aus. Insgesamt wurden nur 55% der Email- und 49% der telefonischen Anfragen korrekt und vollständig beantwortet.

Defizite auch bei der Erreichbarkeit: Emails wurden oft nur mit Verzögerung beantwortet. Konkret erhielten die Tester nur auf 33% der Anfragen eine Antwort innerhalb von 24 Stunden - und dann war dies oft erst einmal nur die Frage nach einer Telefonnummer für einen Rückruf. Den besten Kundendienst erfuhren die Tester bei der ARAG – und auch ROLAND und die D.A.S. auf den Plätzen zwei und drei in dieser Teilkategorie agierten überdurchschnittlich.

UNIQA Testsieger der Gesamtstudie, gefolgt von Zurich und D.A.S.

Die UNIQA erfüllte die gesetzten Kriterien insgesamt am besten und wurde Testsieger, gefolgt von der Zurich und D.A.S.. Die UNIQA als Testsieger überzeugte dabei v.a. mit Topwerten bei den Tarifen sowie der komfortabelsten Website und dem besten Emailkundendienst. Die Zurich punktete mit den besten Tarifen und der transparentesten Website. Und der Drittplatzierte D.A.S. zeigte neben einer sehr guten Website und guten Tarifen als einer unter wenigen eine kostenlose Kundenhotline und reagierte auf Emails stets innerhalb von 24 Stunden.


Die ausführlichen Ergebnisse des Tests sind gegen eine Schutzgebühr von 1.490 EUR zzgl. USt. bei der ÖGVS ( info <AT> qualitaetstest.at ) erhältlich.

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