
Florian Mayer, Head of Start-up Desk bei CMS Austria, über erfolgreiche Unternehmensgründungen und wie das Programm equIP dabei unterstützen kann.
Wie ist die Stimmung in der heimischen Start-up-Szene angesichts der angespannten Wirtschaftslage?
Die Zeiten sind natürlich nicht ganz einfach, die österreichische Start-up-Szene wirkt aber durchaus robust. Es gibt bei uns eine Reihe von schlauen Köpfen mit sehr spannenden neuen Ideen. Und das Bemerkenswerte ist, dass sich der Blick der Founder sehr rasch über die Grenze richtet. Heimische Gründer sehen nicht nur Österreich, sondern Europa als ihren Markt.
In welchen Branchen gibt es aktuell die meisten Neugründungen?
Natürlich nach wie vor im Bereich künstliche Intelligenz. Vor allem wirklich innovative technische Lösungen sind gefragt. Denn nicht überall, wo KI draufsteht, ist KI drinnen. Aber neue Tools mit KI können sehr erfolgreich sein. Wichtig ist, dass die KI-Lösungen in etablierten Branchen anwendbar, nicht leicht nachahmbar sind und Effizienzsteigerungen bringen. Im Medizinbereich etwa kann man durch den Einsatz von KI in manchen Fällen bis zu 30 Prozent an Kosten einsparen. Ein weiterer Bereich, in dem Start-ups aktuell aktiv sind, ist der Defence-Sektor. Hier sind plötzlich finanzielle Mittel in ganz Europa vorhanden, die vorher nicht zur Verfügung standen. Der Innovationsdruck ist da enorm, und es gibt bei uns einige sehr erfolgreiche Start-ups in dem Bereich. Interessant ist hier auch, dass die Möglichkeit zum Exit relativ früh kommt.
Sie bieten für Start-ups das Betreuungsprogramm equIP an. Können Sie das Programm näher beschreiben?
Wir wollen dabei rund zehn bis fünfzehn Start-ups laufend betreuen. Für sie bieten wir unsere hochqualitative Rechtsberatung zu sehr attraktiven Konditionen an. Konkret: ein signifikanter Rabatt auf unsere Stundensätze für drei Jahre. Außerdem ermöglichen wir den Gründern den Zugang zur Community und zu wichtigen Kontakten.
Kontakte zu Investoren, Foundern aus ähnlichen Bereichen, die Erfahrungen weitergeben können, oder auch einfach ein motivierendes Gespräch sind für Gründer sehr wichtig …
Wir haben eine eigene Veranstaltungsserie namens equIP Connect gestartet. Da kommen neben den Gründern auch Experten aus verschiedenen Bereichen und natürlich Investoren zusammen. Dabei gibt es Vorträge, und danach gibt es die klassische Networking-Möglichkeit. Da können sich unsere Gründer intensiv austauschen. Wir sind aber auch Partner bei anderen Events, zu denen wir Founder mitnehmen können. Unsere Kanzlei ist mit den wichtigsten Playern der Szene gut verbunden. Und ganz wichtig: Wir haben Mandanten, die manchmal selbst als Investoren auftreten. Die erfahren in Abstimmung mit den Foundern natürlich als Erste, dass es da eine spannende neue Idee gibt.
Welche juristischen Leistungen bieten Sie?
Alles, was das Wirtschaftsrecht zu bieten hat. Das reicht von der Gesellschaftsgründung, bei der die Interessen und Ansprüche von mehreren gemeinsamen Foundern vertraglich genau festgelegt werden, bis zu Intellectual Property. Der Schutz des geistigen Eigentums, der neuen Geschäftsidee, ist besonders wichtig. Denn das ist ja, zusammen mit den Qualifikationen der Gründer, der wichtigste Wert eines Start-ups, besonders in einer Phase, in der es noch keine nennenswerten Umsätze gibt. Auch der Name des Start-ups muss geschützt werden. Ein weiterer Punkt sind Mitarbeiterbeteiligungen. Oft stecken Mitarbeiter viel Engagement und Zeit in das Start-up und wollen statt eines entsprechenden Gehalts, das in der Phase ohnehin nur schwer bezahlt werden kann, eine Beteiligung am Unternehmen.
Wie sieht es mit Fördermitteln und steuerlicher Beratung aus?
Wir unterstützen auch bei der Suche und Auswahl der geeigneten Förderstellen. Und bieten natürlich Unterstützung bei der Erstellung des Antrags, insbesondere der rechtlichen Fördervoraussetzungen. Außerdem helfen wir bei einer steueroptimierten Strukturierung. Wir schaffen auch steuerliche Transparenz bei der Trennung zwischen Unternehmens- und Privatbereich.
Sie haben erwähnt, dass österreichische Start-ups zunehmend auch im Ausland agieren. Welche Vorteile kann CMS Gründern da bieten?
Die Szene in Österreich ist sehr international, sowohl, was den Markt, als auch was die Investorensuche betrifft. Bei Szeneevents wird der Smalltalk bereits auf Englisch geführt. Bei einem Scale-up-Prozess wird bald über die Landesgrenze geblickt. Und da bieten wir als CMS durch unser globales Netzwerk in 50 Ländern natürlich große Vorteile. Die eine oder andere Frage, etwa zum deutschen Recht, ist da oft mit einem Anruf bei einem Kollegen in Berlin oder bei einer Kollegin in München erledigt.
Hand aufs Herz: Das equIP-Programm dient wohl auch dazu, dass die Start-ups nach der Growth-Phase als Scale-up ihre Kunden bleiben?
Ja, das ist das Ziel. Es ist uns natürlich klar, dass ein Start-up zu unseren Standardstundensätzen nicht bei uns andocken kann. Wir denken daher wie Venture-Capital-Investoren. Wir wollen Kunden, die sich in den ersten Jahren ihres Wachstums unsere Rechtsberatung nicht leisten können, wenn wir Erfolgschancen sehen, aber sehr wohl als Mandanten betreuen. Daher investieren wir Zeit in die Beratung von Start-ups, die nach drei Jahren Scale-ups sind und weiterhin mit uns zusammenarbeiten. Auch, wenn das equIP-Programm endet. Das ist bei den meisten der Fall.
Das heißt, Sie bieten dadurch auch einen gewissen Reality-Check in der Pre-Seed- und Seed-Phase?
Wir schauen uns natürlich genau an, welche Start-ups in drei Jahren tatsächlich ein Scale-up sein können. Hat das Unternehmen am Markt eine Chance? Ist die Idee wirklich neu oder gibt es sie schon in einem anderen Land? Das Unternehmen sollte beim Einstieg in das equIP-Programm auch bereits eine gewisse Substanz haben. Nur eine Idee alleine ist zu wenig. Und natürlich achten wir auch darauf, dass wir einen breiten Mix an unterschiedlichen Geschäftsideen haben, die wir rechtlich betreuen.
Wie viele Start-ups, die das Programm bereits genutzt haben, sind am Markt erfolgreich geworden?
Sehr viele, die unser Programm genutzt haben, sind Unternehmen geworden, die sich am Markt behaupten konnten und langfristige Investoren gefunden haben. Sie sind dann auch weiter unsere Mandanten geblieben.
Welche Exit-Strategien verfolgen die von Ihnen betreuten Start-ups?
Neben dem Einstieg eines Finanzinvestors sehen wir häufig, dass das Start-up genau die technologische Lösung entwickelt hat, die ihm fehlt. Das Unternehmen wird dann übernommen, aber die Founder und das Team bleiben an Bord. Die schlauen Köpfe arbeiten weiter, unter einem neuen, viel größeren Dach. Der Gründer hat kein finanzielles Bauchweh mehr – ganz im Gegenteil. Er trägt vielleicht sogar weiter Jeans und Hoodie, leitet nun aber einen Geschäftszweig innerhalb eines international agierenden Unternehmens.
Zur Person.
Florian Mayer ist Partner im Corporate-Bereich von CMS. Er ist Head of Start-up Desk und Hauptansprechpartner für equIP in Österreich und CEE.
Verteidigung und Sicherheit als Wachstumschance
Wie CMS innovative und etablierte Unternehmen im Defence-Bereich unterstützt.
Russlands Krieg gegen die Ukraine hat in Europa zu einem breiten Umdenken hinsichtlich des Ausbaus und einer Stärkung der Abwehrfähigkeit geführt. Die Luftfahrt- und Verteidigungsunternehmen treiben daher technologische Neuerungen, vor allem durch den Einsatz künstlicher Intelligenz, voran. KI-Tools können Satellitenbilder verarbeiten, Drohnenaufnahmen analysieren, Cyberbedrohungen erkennen und die Logistik unterstützen. Die Kanzlei CMS bietet durch ihre langjährige Expertise in diesen Bereichen umfassende rechtliche Beratung für Mandanten aus diesen Sektoren sowohl für etablierte Marktführer als auch für innovative Start-ups an. Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Defence-Bereich kann die Sicherheit Europas gestärkt werden, es ergeben sich aber auch demokratiepolitische und juristische Fragen. Fragen, auf die CMS-Partner Florian Mayer und die Experten der Kanzlei wesentliche Antworten geben können – und nicht zuletzt bei Förderprogrammen der EU im Defence-Sektor auch unterstützen können. Der European Defence Fund (EDF) hat zuletzt wieder die Bereitstellung von einer Milliarde Euro zur Entwicklung von KI-getriebenen Verteidigungsprojekten angekündigt. Durch langjährige Mandate für Flugzeughersteller, Verteidigungsunternehmen, Zulieferer und Behörden kennen die Experten bei CMS die entsprechenden Zugänge zu Fördermitteln sowie die spezifischen rechtlichen Risiken der Branche und entwickeln praxisorientierte und risikominimierende Lösungen.