
Die Corona-Krise setzte den heimischen Tourismus unter Druck – und gab zugleich Impulse für neue Angebote, mehr Qualität und individuell gestaltbare Urlaubserlebnisse.
Auf das Niveau der frühen 1970er-Jahre fiel die Zahl der Nächtigungen in österreichischen Beherbergungsbetrieben im Pandemie-Jahr 2020. Lediglich 5,56 Millionen Übernachtungen registrierte Statistik Austria in der Wintersaison 2020/21 nach 72,92 Millionen Übernachtungen in der letzten vollen Vor-Corona-Wintersaison 2018/19.
Während die Einschränkungen die Tourismusbetriebe belasteten, verzerren sie zugleich das ausgewiesene Umsatzwachstum der Champions im Erhebungszeitraum 2021 bis 2024. Denn die schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb präsentiert sich in vielen Fällen als scheinbar außergewöhnliche Wachstumsrate von über 130 Prozent. Als „nur eingeschränkt aussagekräftig“ betrachtet daher beispielsweise Bernhard Zangerl, Prokurist der Silvretta 1930 GmbH, den Zeitraum der Studie für seine Branche. Dennoch ist er stolz auf den Fortschritt des Sport- und Genusshotels Silvretta und der zahlreichen Gastronomiebetriebe. Ihr Umsatzwachstum – aussagekräftig ab 2023 – sei auf Betriebsoptimierungen, Übernahmen und nicht zuletzt die Weitergabe der massiv gestiegenen Gesamtkosten zurückzuführen.
Dass Winterurlaub immer kostenintensiver werde, verkleinere zwar die potenzielle Zielgruppe, doch profitiere man davon, „dass nur wenige Skigebiete eine vergleichbare Qualität und ein ähnlich umfassendes Angebot bieten“, so Zangerl. Rund 91 Prozent des Geschäfts entfallen derzeit auf die Wintersaison, die damit das Wachstum maßgeblich bestimmt. „Unser Ziel ist es jedoch, den Sommertourismus konsequent weiterzuentwickeln.“
„Eine klare Ganzjahresperspektive“ betrachtet auch Thomas Payr, Geschäftsführer der Alps Resorts, als essenzielle Voraussetzung für langfristiges Wachstum. 2025 und 2026 als Financial Times Europe’s Long Term Growth Champion ausgezeichnet, verspricht der Beherbergungsbetrieb mit seinen 46 Ferienwohnungen, Glamping-Resorts und Hotels individuelle Urlaubsgestaltung von den Kategorien „Freunde“ und „Wellness“ bis hin zu „Hund“ und „Bike“. Während der Corona-Jahre habe sich dieses Geschäftsmodell als resilient erwiesen. „Die Pandemie wirkt in unserem Geschäft nicht wirklich nach. Einzig die Bedürfnisse der Gäste haben sich noch mehr in Richtung unseres Markenversprechens ‚My way of holiday‘ verschoben“, so Payr, der sich besonders stolz über die eigenen Buchungsplattformen zeigt. Mit ihnen habe man Unabhängigkeit von externen Vertriebspartnern geschaffen. Auch effiziente Strukturen und automatisierte Prozesse zählt er zu den Wachstumsfaktoren der letzten Jahre. „Parallel dazu hat sich die Nachfrage nach unserem Produkt deutlich gesteigert – und diese Entwicklung reißt nicht ab.“