
Seit die künstliche Intelligenz die IT-Welt auf den Kopf stellt, sind hohe Digitalisierungsexpertise und tiefes Branchenwissen besonders gefragt – und Erfolg versprechend.
Als Werkstudent schrieb Florian Altmann vor Jahren ein kleines Programm für einen Industrieanlagenbauer, das sehr gut ankam. 2012 gründete er mit Andreas Simader die Insite IT, ein IT-Service für Baustellen im Anlagenbau. „Aus der Nische ist eine große Nische geworden“, freut sich Altmann. An die 100 Kunden – darunter Anlagenbauer wie Andritz, Siemens, Primetals – managen weltweit Projekte damit. Das 18-köpfige Team baut die Plattform nach den Kundenbedürfnissen immer weiter aus. „Früher ging es weg von Papier und individuellen Mails, heute sind KI und Single Source of Truth das Thema“, erzählt Altmann.
Ein weiterer Hidden Champion, der in der IT-Branche längst keiner mehr ist, ist Proxmox aus Wien. Seit Proxmox Virtual Environment 2008 auf den Markt kam, hat sich die Open-Source-Software für die Verwaltung virtueller Server eine große Anhängerschaft erarbeitet, ist bei Privatanwender:innen ebenso beliebt wie bei großen Unternehmen und überzeugt mit „Wachstum auf sehr hohem Niveau“, wie CEO Martin Maurer sagt.
Es geht aber noch mehr: „Die Entwicklungen und die Marktdynamik rund um Broadcom haben diesen Trend schlussendlich noch einmal deutlich verstärkt.“ Die US-Firma Broadcom hatte 2023 die Firma VMware – de facto Marktführer – übernommen und mit exzessiv erhöhten Lizenzgebühren eine Abwanderungswelle provoziert. Heute treiben das Bedürfnis nach digitaler Souveränität und starke Partner die Nachfrage bei Proxmox weiter an. Proxmox läuft mittlerweile auf zwei Millionen Servern in 142 Ländern. „Besonders stark punkten wir in hoch regulierten Umgebungen wie dem Finanzsektor, dem Gesundheitswesen, bei Regierungsbehörden, EU-Institutionen oder in der Luft- und Raumfahrt“, so Maurer, „hier ist es ein enormer Vorteil, dass unsere Software vollständig autark und ohne ständigen Kontakt nach außen betrieben werden kann.“