Auftrieb durch die Energiewende

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 © Dynell / Doris Kobelmueller

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Die Industrie, in Teilen eine große Baustelle, heißt es oft. Wachstum gibt es aber nach wie vor, auffallend stark ist es dann, wenn sich Energiewende und Innovationsgeist treffen.

Am globalen Megatrend Energiewende mitzuarbeiten, zahlt sich aus. Die Nachfrage nach innovativen Lösungen ist auf Jahre hinaus absehbar, und so erstaunt es nicht, dass die ­beiden Outperformer – mit 100 bzw. fast 200 Prozent Wachstum – weit über allen anderen liegen. Die Firma Lambda Wärmepumpen aus dem Tiroler Kirchbichl wurde 2019 zuerst als Forschungsprojekt gegründet und produzierte ein Jahr später ihre ersten Wärmepumpen. „Unser USP ist hohe Energieeffizienz, also sehr wenig Stromverbrauch. Wir haben ein eigenes Verfahren dafür entwickelt“, sagt Geschäftsführer Florian Entleitner. Ende 2020 wurden 30 Wärmepumpen ausgeliefert, heuer sollen es 13.000 sein.

Stärkster Wachstumstreiber war die Energiekrise als Folge des Ukrainekriegs. „Die gesamte Branche hat extrem stark geboomt in dieser Zeit“, bilanziert ­Entleitner. Dass Lambda stärker als so manche Mitbewerber zulegen konnte, liegt für Entleitner in einer starken Exportorientierung: 70 Prozent der Geräte gehen nach Deutschland, wo Lambda 2025 ein hessisches Unternehmen übernommen hat, das Vertrieb, Logistik und Service für Deutschland organisiert. Im laufenden Jahr wurde in der Schweiz ein Vertriebspartner zugekauft, und Lambda ist auch schon in Italien präsent und bereitet sich auf Markteintritte in ­Schweden und Frankreich vor.

Dass die staatlichen Förderungen für Wärmepumpen nicht nur in Österreich gekappt werden und das zu Umsatzeinbrüchen in der Branche führt, ist für das Lambda-Team kein Risiko. „Wir werden heuer in Österreich nur ein kleines Wachstum schaffen, liegen damit aber auch über dem Markt“, schätzt der Unternehmer. „Aufgrund unserer Stärke in ­anderen Märkten werden wir aber ins­gesamt wieder um rund 40 Prozent ­wachsen“. Mit neuen Softwarefunktionen und kaskadierenden Geräten für Indus­triegebäude und große Wohnanlagen sieht er sein Unternehmen bestens gerüstet.

Der zweite Wachstumschampion in dieser Kategorie wurde ebenfalls 2019 ­gegründet, als Spin-off eines damals in Schwierigkeiten geratenen Unternehmens für die Bodenstromversorgung auf Flughäfen. Gunnar Korb und Michael Brandstötter wagten als Gründer mit 22 Mitarbeitenden einen Neustart unter anderen Vorzeichen. „Wir haben uns auf grüne Lösungen spezialisiert, wurden aber bei unseren ersten Messeauftritten im Herbst 2019 noch belächelt“, erinnert sich Brandstötter.

2020 brachte die Pandemie einen herben Rückschlag für das junge Unternehmen und die globale Luftfahrt. Das Grounding brachte in der Branche allerdings auch ein Umdenken in Gang, den Anteil der Airlineindustrie an der globalen CO2-Bilanz zu verringern. „Nach der Pandemie ist die Branche dann völlig explodiert und wächst nach wie vor auf hohem Niveau, bis 2045 soll sie sich fast verdoppeln“, weiß Brandstötter. Mit rein elektrischen Bodenstromaggregaten und E-Ladestationen für E-Fahrzeuge am Flughafengelände hat sich Dynell ein sehr gutes Standing und einen Ruf als Innovator erarbeitet: „Wir waren die Ersten, die ein funktionierendes Wasserstoff-Bodenstromaggregat hatten.“

Das 120-köpfige Unternehmen produziert nach wie vor in Mistelbach unter Verwendung modernster Halbleitertechnologien und mit vielen lokalen Zulieferern. „Wir wachsen organisch mit dem Flug­hafengeschäft mit, und nachdem auch der Defense-Sektor wächst, erwarten wir auch von dort weiteres Wachstum.“

Österreichs Wachstums-Champions

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