
Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich im dritten Quartal zwar verlangsamt, allerdings weniger stark als erwartet.
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In der Eurozone hat sich das Wirtschaftswachstum in den Sommermonaten unter anderem wegen eines Konjunkturdämpfers in Frankreich abgeschwächt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag laut einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die Wirtschaftsleistung noch um 0,6 Prozent gewachsen.
Trotz der Belastung durch hohe Preise für Energie sehen Ökonomen weiter ein „solides“ Wachstum im Währungsraum. In den Monaten Juli bis September stieg die Wirtschaftsleistung doppelt so stark wie erwartet. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Wachstum um 0,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal stieg das BIP um 1,3 Prozent. Hier war mit einem Zuwachs um 1,1 Prozent gerechnet worden.
Höchstes Wirtschaftswachstum in Spanien, Rückgang in Frankreich
Unter den größten Volkswirtschaften der Eurozone verzeichnete Spanien im dritten Quartal das stärkste Wachstum mit 0,6 Prozent im Quartalsvergleich. In Deutschland und Österreich legte die Wirtschaft um 0,2 Prozent zu, während die Wirtschaftsleistung in Frankreich leicht geschrumpft war. Aus Italien wurde eine Stagnation gemeldet.
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in den deutschen Wachstumsdaten einen "wesentlichen Grund für die positive Überraschung auf Ebene der Eurozone". Dagegen bleibt die französische Volkswirtschaft weiter ein "Sorgenkind" im Währungsraum. Frankreich leide unter einem empfindlichen Rückgang der Investitionen. Diese seien nicht nur das dritte Quartal in Folge geschrumpft, sondern mit 0,6 Prozent auch erneut recht deutlich, sagte Gitzel.
Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank wies allerdings darauf hin, dass ein ungewöhnlich starkes Wachstum in Irland mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 5,5 Prozent einen "beträchtlichen Anteil" am Gesamtwachstum habe. Konjunkturdaten aus Irland sind häufig starken Schwankungen unterworfen. Hintergrund sind große Technologie- und Pharmakonzerne aus den USA, die wegen niedriger Unternehmenssteuern ihren Sitz in Irland haben und mit ihren Umsätzen die Wirtschaftsleistung beeinflussen können.