
Die Streitereien in der Ärztekammer erschweren wichtige Reformen im Gesundheitssystem. Bei den meisten Ärzten fehlt dafür das Verständnis.
Man sollte meinen, dass es gar nicht so schwer sein kann, eine Liste mit impfbereiten Ärzten als Information für die Öffentlichkeit bereitzustellen. Nichtsdestotrotz gibt es eine solche – jedenfalls in den meisten Bundesländern – nicht. Seit letzter Woche ist der neue Corona-Impfstoff in Österreich erhältlich, die Impfzuständigkeit scheint mit den Hausärzten auch geklärt, einzig wer konkret den Patienten noch rechtzeitig vor der erwartbaren Infektionswelle im Herbst ihr „Jaukerl“ verpasst, bleibt ein Rätsel. Wir stehen also vor der eigenartigen Situation, dass genügend Impfstoff und genügend Impfwillige vorhanden sind, aber niemand da ist, der Bevölkerung die Auffrischungsimpfung zu verpassen. Das ist nicht nur bizarr, es kann für vulnerable Gruppen auch gefährlich werden.
Wir erinnern uns: Seit Ausbruch der Coronapandemie bot die Apothekerkammer immer wieder an, Impfungen durchzuführen. Ein Angebot, das von der Ärzteschaft mit dem Verweis auf die mögliche Gefährdung der Patientenschaft durch die Apotheker abgeschmettert wurde. Die Patienten gefährden dürfen offensichtlich nur Ärzte.
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