
Die EZB reagiert auf die anhaltend hohe Inflation im Euroraum mit einer Zinserhöhung. Damit ist der Leitzeins auf dem höchsten Stand seit Februar 2025.
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Der für die Steuerung der Geldpolitik maßgebliche Einlagensatz wird um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent angehoben, wie der EZB-Rat am Donnerstag auf einer auswärtigen Sitzung in Berlin beschloss. Höher lag das Zinsniveau zuletzt im Februar 2025, damals bei 2,75 Prozent.
Bereits im Juni hat die EZB die Zinsen angehoben und damit auf die vom Iran-Konflikt angetriebene Teuerung im Euroraum reagiert. Inzwischen liegt die Inflationsrate bei 3,3 Prozent und damit deutlich über dem Ziel der EZB von 2,0 Prozent.
Der EZB-Rat bleibt auf der Hut: "Der heutige Beschluss unterstreicht die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", heißt es im Begleittext zum Zinsentscheid. Der Konflikt im Nahen Osten macht weiterhin Druck auf die Inflation und es könnte dauern, bis das zwei Prozent Ziel erreicht ist. An den Finanzmärkten wird bereits mit einer weiteren Zinserhöhung im Dezember gerechnet.
Auch der Ölpreis ist wieder deutlich gestiegen. Mitte der Woche kostete ein Barrel Öl erneut mehr als 100 Dollar. Anleger befürchten, dass die Angriffe im Nahen Osten die Öllieferungen aus der Region beeinträchtigen könnten. Die EZB will verhindern, dass die hohen Energiepreise dauerhaft zu höheren Preisen im Euroraum führen. Steigende Kosten für Energie belasten Unternehmen und Verbraucher. Dadurch könnten auch Löhne und Preise weiter steigen und die Inflation sich festsetzen.
Doch dafür gebe es laut deutschen Bundesbankchef Joachim Nagel noch keine Anzeichen. Er verwies auf das Abebben der sogenannten Kerninflation, in der die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden. Diese von der EZB stark beachtete Kennziffer ging zuletzt auf 2,4 Prozent zurück, von 2,5 Prozent zuvor.