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Die Öl- und Gaspreise sanken in der Früh ein Stück weit, wenngleich sie immer noch sehr hoch sind. Die Entscheidung der US-Notenbank Fed am Vorabend, die Leitzinsen unverändert zu lassen, war wie erwartet ausgefallen. Auch die EZB dürfte an diesem Donnerstag Ökonomen zufolge ihre Zinsen nicht verändern.
"Der Bias dürfte mit dem Verweis auf die erhöhten Inflationsgefahren nach oben gerichtet sein", schrieben die Helaba-Experten. Allerdings werde es EZB-Chefin Lagarde wohl vermeiden, die Zinserhöhungserwartungen zu forcieren, um den ohnehin schon gestressten europäischen Anleihemarkt nicht weiter zu belasten.
Licht und Schatten zeigten nach US-Börsenschluss die Quartalsbilanzen der Tech-Giganten Microsoft und Alphabet. Microsoft überzeugte, während die Google-Muttergesellschaft enttäuschte. In Asien waren Anleger mit dem Abschneiden von Samsung nicht zufrieden. In Wien gaben mit OMV und Andritz zwei wichtige ATX-Unternehmen Einblick in ihre Bücher.
Dank höherer Öl- und Gaspreise sowie gestiegener Raffineriemargen am Weltmarkt hat die OMV ihren operativen Gewinn im dritten Quartal um 68 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert. Das um Lagereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Sondereffekten (CCS) betrug rund 2,1 Milliarden Euro. Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um 43 Prozent auf fast neun Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich fast auf 3,14 Euro.
Die Analysten der Bank Barclays stuften die Ergebnisse als neutral ein. Während das operative Ergebnis leicht enttäuscht habe, würden Nettoergebnis und Cashflow vor Working Capital über den Konsens liegen. Analyst Adnan Dhanani von der kanadischen RBC monierte das enttäuschende Chemiegeschäft, auch wenn sich der Ausblick für die Sparte zu verbessern scheine. Die OMV-Aktien stiegen um 1,2 Prozent.
Andritz steigerte sowohl Umsatz als auch Gewinn im dritten Quartal; nur der Auftragseingang ging auf hohem Niveau leicht zurück und verfehlte zudem die Analystenerwartungen damit etwas. Die Titel fielen zuletzt um moderate 0,3 Prozent.
Daniel Lion von der Erste Group attestierte dem Anlagenbauer ein "insgesamt solides Quartal" und erwartet weitere Verbesserungen bei der Rentabilität. Mit Blick auf die Bewertung sei das Aufholpotenzial im Vergleich zu den Mitbewerbern aber erschöpft.
Inzwischen hat der Aluminiumkonzern AMAG (Austria Metall AG) in den ersten drei Quartalen Umsatz und Ertrag deutlich gesteigert. Erste-Experte Michael Marschallinger sah in den endgültigen Ergebnissen keine größeren Überraschungen. Die Aktie trat auf der Stelle.