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Die Investoren fürchteten weitere Störungen der Ölproduktion und -transporte und preisten folglich höhere Energiepreise für längere Zeit ein, schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Die Skepsis nimmt zu, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen."
Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent kletterte erstmals seit dem Juli wieder über die Marke von 100 US-Dollar. Dadurch wurden die Sorgen vor einer weiter anziehenden Inflation gestärkt. Zudem lieferte die Wall Street am Vorabend negative Vorgaben.
Heute stehen keine wichtigen Datenveröffentlichungen oder Ereignisse auf dem Programm, schrieben die Helaba-Analysten bereits in der Früh. Erst am Donnerstag werde es mit der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank interessant. Marktteilnehmer rechnen fest mit einer Leitzinserhöhung. Auch die Experten von der Helaba gehen von einer Anhebung um 25 Basispunkte aus, da sich in letzter Zeit viele EZB Vertreter in diese Richtung geäußert haben. Es wird befürchtet, dass die Inflation bei dem aktuellen Leitzinsniveau nicht auf das angestrebte Ziel zurückkehren wird, hieß es weiter.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene weiterhin eine sehr dünne Meldungslage vor. Der Zuckerkonzern Agrana hat den Erwerb des niederösterreichischen Aromaherstellers esarom beschlossen. Der Abschluss der Transaktion soll nach Kaufvertragsunterzeichnung und kartellrechtlicher Freigabe zu Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 erfolgen. Der vereinbarte Unternehmenswert (Enterprise Value) betrage rund 150 Mio. Euro. Die Agrana-Titel fielen um 0,9 Prozent.
Verkaufsdruck gab es bei den schwer gewichteten Bankenwerten zu sehen. Die BAWAG-Titel rutschten 2,7 Prozent tiefer und die Papiere der Erste Group verbilligten sich um 2,4 Prozent. Bei der Raiffeisen Bank International mussten die Aktionäre ein Minus von einem Prozent verbuchen.
Unter den weiteren Schwergewichten schwächten sich voestalpine um zwei Prozent ab. Wienerberger bauten ein Minus von 3,3 Prozent.
Aufwärts ging es hingegen für die Aktie der Energieversorger. Die Verbund-Anteilsscheine gewannen 1,5 Prozent und EVN-Papiere streiften ein Plus von 0,3 Prozent ein.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/HANS PUNZ