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An den Finanzmärkten sind die Augen vor dem Wochenende auf das jährliche Notenbankertreffen in Jackson Hole, Wyoming, gerichtet. Besonders gilt dies für die ab 16 Uhr anstehenden Wortmeldungen des US-Notenbankchefs Kevin Warsh, von denen sich Marktteilnehmer Hinweise auf die Geldpolitik der Fed sowie seiner Einschätzung zur Lage an den Anleihemärkten erhoffen.
"Die Forderungen aus dem Markt nach einem nachvollziehbaren Fahrplan zur Inflationsbekämpfung werden lauter", schrieben zuletzt die Ökonomen Jörg Bayer und Gunter Deuber von Raiffeisen Research. Jedoch hatte Warsh immer wieder klargemacht, dass er sich mit Blick auf den künftigen Zinspfad bedeckt halten wolle. "Wir erwarten eher keine (umfassenden) unterstützenden Aussagen für den US-Anleihemarkt und wenig bis keine weitere geldpolitische Festlegungen, eventuell gepaart mit einem leicht falkenhaften Bias", so die Experten.
National standen dagegen ein weiteres Mal die Bauwerte im Fokus. Strabag zogen um rund zehn Prozent hoch, nachdem der Baukonzern nach einem starken ersten Halbjahr und einem kräftigen Auftragseingang den Ausblick für Bauleistung und Marge angehoben hatte. Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group sprach von starken Sechsmonatszahlen des Baukonzerns und erwartet, dass der Markt seine Gewinnerwartungen anheben wird. Die Kombination aus Rekord-Auftragsbestand, beschleunigter Infrastrukturaktivität und aktualisierter Guidance unterstreiche weiteres Aufwärtspotenzial.
In dem Sog stabilisierten sich auch Porr, bei denen die Anleger Vortags noch enttäuscht auf eine Verfehlung der Umsatzschätzungen sowie einen verlangsamenden Auftragseingang reagiert hatten. Analysten fanden jedoch auch lobende Worte, zumal der Gewinn die Erwartungen übertroffen hatte. Berenberg-Analyst Andreas Wolf bestätigte etwa mit Verweis auf Anzeichen einer Verbesserung der Auftragsdynamik seine Kaufempfehlung. Die Porr-Titel gewannen gut 0,5 Prozent, nach dem Vortagesminus von 7,5 Prozent.
Erholt tendierten auch die heimischen Bankwerte. BAWAG, Erste Group und RBI legten um bis zu 1,1 Prozent zu. Am Vortag hatten die Titel in einem schwachen europäischen Sektor nachgegeben, wobei die Erste-Analysten auf Diskussionen um politische Risiken in Frankreich verwiesen.
Mayr-Melnhof fielen um 0,9 Prozent auf 76,80 Euro, nachdem die Erste Group ihr Kursziel für die Aktien von 95,50 auf 83,50 Euro gekürzt hatte. Die Anlageempfehlung "Hold" wurde von Analyst Marschallinger nach der jüngsten Zahlenvorlage des Kartonherstellers bestätigt.