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Das europäische Umfeld tendierte ebenfalls mit klaren Abgaben. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die Anleger kritisch. Der Preis der Rohölreferenzsorte Brent gab zwar etwas weiter nach, blieb jedoch klar über 100 US-Dollar und über dem Tagestief vom Donnerstag. Marktteilnehmern zufolge richtet sich das Augenmerk der Anleger auch auf die deutschen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an diesem Wochenende.
Aufgrund des sogenannten großen Verfallstags könnte es im Handelsverlauf noch zu weiteren Kursschwankungen kommen. Bereits ausgelaufen sind an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes; im späteren Verlauf folgen jene auf einzelne Aktien.
Unter den wenigen Gewinnern im ATX stabilisierten sich die RBI-Aktien um 0,8 Prozent, nachdem sie am Vortag wegen Anschuldigungen des Leerverkäufers Grizzly Research zum Russland-Geschäft unter Druck geraten waren. Die Bank wies die Vorwürfe als "irreführend und suggestiv" zurück und verwies auf mehrere sachliche Fehler. Erste-Group-Analyst Thomas Unger zufolge ging die Stellungnahme direkt auf die wichtigsten Punkte ein und lieferte konkrete Gegenargumente. Er rechnet mit einer Erholung, wobei eine gewisse Unsicherheit bis zu einer Bestätigung durch Aufsicht oder unabhängige Stellen bleiben dürfte.
Unterstützung kam vom aktivistischen Investor Petrus Advisers, der den Grizzly-Bericht als "faktenarm, schlecht recherchiert und substanzlos" bezeichnete und den Kursrutsch nach eigenen Angaben zum Einstieg nutzte.
Klarer Spitzenwert im Leitindex warn AT&S mit plus 6,2 Prozent. Sie folgten einmal mehr guten europäischen Sektorvorgaben. Dagegen kamen Erste Group um 2,9 Prozent zurück und belasteten so den Leitindex. Schwach zeigten sich auch die Versicherer. VIG und UNIQA büßten jeweils 2,8 Prozent ein.
OMV fielen um 1,4 Prozent. Dem Energiekonzern ist beim Bau einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage der Partner abgesprungen. Nun dürfte die OMV das rund 600 Millionen Euro teure Projekt alleine weiterführen.
voestalpine standen mit minus 0,6 Prozent auf 46,58 Euro. Die Analysten der Wiener Privatbank haben ihr Anlagevotum für die Aktie von "Verkaufen" auf "Halten" verbessert. Analyst Nicolas Kneip erwartet mit Verweis auf die dynamische Entwicklung der europäischen Stahlpreise, Effizienzgewinne aus den Restrukturierungsprogrammen sowie rückläufigen Zertifikatskosten einen deutlichen Anstieg der Profitabilität in den kommenden Jahren. Jedoch sei ein Großteil der erwarteten Ergebnisverbesserungen nach Ansicht des Analysten bereits eingepreist.