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Anleger schenken der Tatsache, dass die Ölpreise weiter zurückkommen, vor dem Wochenende nur noch wenig Vertrauen. In Europa dagegen erhöhten die anstehenden deutschen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die politische Unsicherheit wegen der Gefahr, dass neue Debatten über den deutschen Kanzler Friedrich Merz ausgelöst werden. Hinzu kam der große Verfallstag, der an den Finanzmärkten auch ohne konkrete Nachrichten für Schwankungen sorgen kann.
Am Ölmarkt wird auf neue diplomatische Impulse gewartet, während sich die Angebotssorgen etwas abgeschwächt haben. Nach Berichten vom Donnerstag soll China den Iran aufgefordert haben, auf eine Eindämmung der Houthi-Angriffe hinzuwirken, die zur Verknappung des Rohölangebots beitrugen. Laut einem Medienbericht will US-Präsident Donald Trump kommende Woche am Rande der UN-Generalversammlung Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen.
Noch wenig Einfluss haben die vor Kurzem gemeldeten Wirtschaftsdaten. Die Industrieproduktion stagnierte laut US-Notenbank Fed im August. Die Produktion verharrte im Vergleich zum Vormonat. Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Im Juli war die Produktion noch um 0,2 Prozent gestiegen. Die Kapazitätsauslastung der Industrieunternehmen verharrte im August bei 76,3 Prozent. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 76,4 Prozent erwartet.
Unter den "Magnificent 7" mehren sich die Gewinner, was der Nasdaq etwas hilft. Im Halbleitersektor wird außerdem die Stimmung etwas angehoben von Aussagen des Nvidia-Chefs Jensen Huang, der im kommenden Jahr mit einer Verdopplung des Chipabsatzes rechnet. Die Nvidia-Aktien selbst bewegten sich mit einem Plus von 0,03 Prozent aber nur wenig.
Ein deutliches Minus von 5,21 Prozent verzeichnete der Streaming-Riese Netflix. Anlass dazu gibt eine Analystenabstufung von Wells Fargo, die der Analyst Seven Cahall mit Skepsis an der Content-Strategie begründete. Er sieht die Gefahr, dass beliebte Eigenproduktionen verloren gehen, sollte Netflix in Konkurrenz zu Youtube zu einer umfassenderen Content-Plattform umgestaltet werden.
Deutlich um fast fünf Prozent nach oben geht es dagegen bei Stubhub nach einer Kaufempfehlung der Citigroup. Jason Bazinet rechnet in seiner Studie damit, dass es ein robustes drittes Quartal dem Ticketing-Marktplatz möglich macht, in diesem Jahr beim bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) das obere Ende der gesteckten Zielspanne zu erreichen.
Mit deutlichen Gewinnen in den Fokus rückten auch die zuletzt schon erholten Krypto-Aktien wie Strategy oder Coinbase. Sie profitierten davon, dass die US-Börsenaufsicht SEC grünes Licht gegeben hat für eine verlängerte Ausnahme, die den Handel mit tokenisierten Aktien erlaubt. Dabei handelt es sich um digitale Abbilder klassischer Wertpapiere auf einer Blockchain.
Verluste von mehr als 3,40 Prozent stellten sich im Stahlsektor bei den Unternehmen Nucor und Steel Dynamics ein. In beiden Fällen reagierten die Anleger enttäuscht auf Zielsetzungen für das dritte Quartal.
Enttäuschend verlief der Start der On Holding. Nach einem klaren Plus fiel die Aktie zuletzt um 0,53 Prozent. Der Fußball-Superstar Kylian Mbappe bindet sich selbst nach seinem Bruch mit Nike als Partner an den Sportartikelhersteller - als Repräsentant der Marke und für die Entwicklung neuer Produkte. Nike-Aktien bewegten sich wenig mit einem kleinen Plus von 0,10 Prozent.