Wiener Börse gibt Erholungsgewinne der Vortage ab, ATX -1 %

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Politische Risiken in Europa
 © ALEX HALADA, Themenbild, Apa
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Nach zwei guten Vortagen hat der Wiener Aktienmarkt am "großen Verfalltag" wieder eine Kehrtwende vollzogen. Vor dem Wochenende richtete sich der Fokus der Anleger offenbar verstärkt auf politische Risiken in Europa. Nach der jüngsten Erholung gab der ATX am Freitag somit wieder um 0,97 Prozent auf 6.798,18 Punkte nach. Auf Wochensicht fuhr er einen Verlust von 1,3 Prozent ein. Für den ATX Prime ging es am Berichtstag um 1,08 Prozent auf 3.330,07 Zähler hinab.

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Andere europäische Börsenbarometer entwickelten sich tendenziell noch eine Spur schwächer. Ein Belastungsfaktor waren steigende Risikoprämien an den Anleihemärkten. Dies betraf insbesondere französische Staatspapiere, wobei Marktbeobachter auf Sorgen über die fiskalische Lage verwiesen. Zudem richtete sich Marktteilnehmern zufolge das Augenmerk der Anleger auch auf die deutschen Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an diesem Wochenende und die Gefahr, dass neue Debatten über den deutschen Kanzler Friedrich Merz ausgelöst werden könnten. Wenig hilfreich war letztlich auch, dass die Ölpreise anfängliche Abgaben im Verlauf wieder eindämmten.

Unter den wenigen Gewinnern im ATX stabilisierten sich die RBI-Aktien um ein Prozent, nachdem sie am Vortag wegen Anschuldigungen des Leerverkäufers Grizzly Research zum Russland-Geschäft unter Druck geraten waren. Die Bank wies die Vorwürfe als "irreführend und suggestiv" zurück und verwies auf mehrere sachliche Fehler. Erste-Group-Analyst Thomas Unger zufolge ging die Stellungnahme direkt auf die wichtigsten Punkte ein und lieferte konkrete Gegenargumente. Er rechnet mit einer Erholung, wobei eine gewisse Unsicherheit bis zu einer Bestätigung durch Aufsicht oder unabhängige Stellen bleiben dürfte.

Unterstützung kam vom aktivistischen Investor Petrus Advisers, der den Grizzly-Bericht als "faktenarm, schlecht recherchiert und substanzlos" bezeichnete und den Kursrutsch nach eigenen Angaben zum Einstieg genutzt hatte.

Klarer Spitzenreiter im Leitindex war jedoch AT&S mit einem Plus von fünf Prozent. Die Aktie profitierte einmal mehr von guten europäischen Sektorvorgaben. Umgekehrt verhielt es sich bei den Papieren der Erste Group: Sie gaben im schwachen Branchenumfeld um drei Prozent nach und belasteten damit den Leitindex. Sehr schwach zeigten sich auch Wienerberger und EVN mit Abgaben von 3,3 respektive 4,5 Prozent.

Noch deutlicher erwischte es die Anteilsscheine der Telekom Austria, die im ATX prime um 7,6 Prozent auf das tiefste Niveau seit April hinabrasselten. Europaweit wurden am Tag des großen Verfalls an den Terminbörsen auch die zuletzt gut gelaufenen Telekommunikationsaktien massiv verkauft.

OMV fielen um 0,1 Prozent. Dem Energiekonzern ist beim Bau einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage der Partner abgesprungen. Nun dürfte die OMV das rund 600 Millionen Euro teure Projekt alleine weiterführen.

voestalpine schlossen mit minus 2,0 Prozent und litten damit wohl unter schwachen Vorgaben des europäischen Automobilsektors. Die Analysten der Wiener Privatbank haben ihr Anlagevotum für die Aktie von "Verkaufen" auf "Halten" verbessert. Analyst Nicolas Kneip erwartet mit Verweis auf die dynamische Entwicklung der europäischen Stahlpreise, Effizienzgewinne aus den Restrukturierungsprogrammen sowie rückläufigen Zertifikatskosten einen deutlichen Anstieg der Profitabilität in den kommenden Jahren. Jedoch sei ein Großteil der erwarteten Ergebnisverbesserungen nach Ansicht des Analysten bereits eingepreist.

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