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Der Handelstag war vom großen Verfall geprägt. Im Laufe des Tages wurden Indexoptionen, Futures und Aktienoptionen abgerechnet. Nicht jede ungewöhnliche Bewegung sollte deshalb als Marktsignal interpretiert werden, erklärte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
In Deutschland sorgen die anstehenden Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zudem für Unsicherheit. Die Wahlergebnisse könnten die Bundesregierung und insbesondere die regierende Union von Kanzler Friedrich Merz noch stärker unter Druck setzen.
Neben den Autowerten, die mit einer Gewinnwarnung von Volkswagen unter die Räder gerieten, wurden auch die zuletzt gut gelaufenen Telekommunikationsaktien massiv verkauft. Nur der Technologiesektor schaffte im Kielwasser der erneut überwiegend gefragten US-Halbleiterwerte ein knappes Plus.
Wegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Kosten für den Konzernumbau senkte VW seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Der Autobauer rechnet nun damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleibt. Bisher hatte der Konzern eine Spanne 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr lag die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent. Die VW-Aktien verloren mehr als acht Prozent.
Im Telekomaktiensektor nahmen Anleger eine Abstufung von Orange zum Anlass von Gewinnmitnahmen, nachdem der Sektor zuvor gut gelaufen war. Morgan Stanley hatte die Aktie der französischen Telekommunikationsgesellschaft auf "Underweight" gesenkt. Wegen politischer Unsicherheiten machen die Analysten das Risiko eines verlangsamten Gewinnwachstums aus. Außerdem werden zunehmender Wettbewerb in Spanien und eine anziehende Verschuldung befürchtet. Orange verloren 5,83 Prozent, das Sektorschwergewicht Deutsche Telekom büßte 4,2 Prozent ein.
Nahrungsmittelwerte litten unter den Verlusten von Nestlé, deren Aktien um 2,63 Prozent sanken. Russland hatte einige Gesellschaften in dem Land unter vorübergehende Fremdverwaltung gestellt. Die Anteile bleiben formal zwar bei Nestlé, das Unternehmen verliert aber zunächst die Kontrolle über die Beteiligungen. Analysten schätzen, dass Russland rund ein bis zwei Prozent zum Konzernumsatz beiträgt. Aber es geht auch um beträchtliche Vermögenswerte. Schätzungen beziffern den Wert des russischen Geschäfts auf gut 1,75 Milliarden Franken. Diese müssten im schlimmsten Fall abgeschrieben werden.
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte. Sie profitierten von guten Vorgaben aus den USA und Asien, wo Halbleiterwerte Gewinne verzeichnet hatten. Infineon zogen um 2,68 Prozent an. ASML-Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und zogen um 1,97 Prozent an.