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Für den ATX Prime ging es am Freitag zunächst um 0,08 Prozent auf 3.363,70 Zähler hinab. Das europäische Umfeld zeigte sich ebenfalls moderat tiefer. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die Anleger kritisch. Der Preis der Rohölreferenzsorte Brent gab zwar etwas weiter nach, blieb jedoch klar über 100 US-Dollar und über dem Tagestief vom Donnerstag.
Aufgrund des sogenannten großen Verfallstags könnten die Kursschwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes und einzelne Aktien aus. Hinter diesen Schwankungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft.
Ansonsten gibt die Agenda zu Wochenschluss kaum Impulse her. Im Fokus bleibt wohl die weitere Nachlese der US-Notenbank-Entscheidung, die ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren vollzogen hat. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes stellt sich nun die schwierige Frage, wie weit dieser Zyklus gehen wird. Die japanische Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß am Freitag weiter angehoben.
Ganz vorne im ATX erholten sich die Aktien der RBI um 2,5 Prozent, nachdem sie am Vortag durch Anschuldigungen des Leerverkäufers Grizzly Research zu ihrem Russland-Geschäft unter Druck geraten waren. Die Bank wies die Anschuldigungen zurück und sprach von "irreführenden und suggestiven Aussagen" sowie mehreren sachlichen Fehlern.
Die Stellungnahme der RBI sei direkt auf mehrere der wichtigsten Vorwürfe von Grizzly eingegangen und habe konkrete sachliche Gegenargumente geliefert, schrieb Analyst Thomas Unger von der Erste Group. Er hatte eine Erholung des Aktienkurses erwartet, auch wenn eine gewisse Unsicherheit bestehen bleiben dürfte, bis es weitere Bestätigungen seitens der Aufsichtsbehörden oder unabhängiger Stellen gebe.
Unter den weiteren Schwergewichten kamen Erste Group um 0,9 Prozent zurück und belasteten so den Leitindex. OMV fielen um 0,8 Prozent. Dem Energiekonzern ist beim Bau einer Wasserstoff-Elektrolyseanlage der Partner abgesprungen. Nun dürfte die OMV das rund 600 Millionen Euro teure Projekt alleine weiterführen.