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"Die Selbstständigen starten mit mehr Sorge als Zuversicht in das neue Jahr", sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) sieht daher die Politik am Zug. "Wir repräsentieren 90 Prozent der Unternehmen, acht Millionen Erwerbstätige, zehnmal so viele wie die Automobilindustrie und fühlen uns, als wären wir für diese Regierung unsichtbar", sagt der VGSD-Vorstandsvorsitzende Andreas Lutz. Solo- und Kleinstunternehmen müssten endlich in den Blick genommen werden - etwa bei der Reform der Beitragsbemessung, der Aktivrente und der Förderung privater Altersvorsorge. "Sonst droht 2026 ein massenhaftes stilles Sterben kleiner Unternehmen", sagte Lutz.
Kurz vor dem Jahreswechsel hat sich die Stimmung eingetrübt. Das Geschäftsklima-Barometer für die Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen sank im Dezember um 3,9 Punkte auf minus 23,7 Zähler, so das Ifo-Institut. Sowohl die laufenden Geschäfte als auch die Aussichten für die kommenden Monate wurden schlechter bewertet. Zugleich nahm die Unsicherheit zu: 34,3 Prozent der Befragten fiel es schwer, ihre eigene Geschäftsentwicklung vorherzusagen.
Zusätzlich erschwert der Zugang zur Finanzierung die Lage. Zwar führen mit 10,9 Prozent weiterhin deutlich weniger Selbstständige Kreditverhandlungen als Unternehmen in der Gesamtwirtschaft (26,3 Prozent). Doch fast die Hälfte (47,6 Prozent) von ihnen empfindet die Kreditvergabe als restriktiv - deutlich mehr als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (35,2 Prozent).
Das Ifo-Institut befragt für den Indikator in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Jimdo monatlich etwa 1.700 Solo-Selbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Dienstleistungssektor.