Wacker Chemie blickt vorsichtig auf 2026

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Der deutsche Konzern Wacker Chemie rechnet auch für das laufende Jahr mit einem weiterhin schwierigen Geschäftsumfeld. "Wir sehen weiterhin keine Trendwende im Markt", sagte Unternehmenschef Christian Hartel am Mittwoch laut Mitteilung. Umso wichtiger sei es, den von dem Unternehmen eingeschlagenen Pfad nun weiter konsequent zu verfolgen. Zunächst sollen Aktionärinnen und Aktionäre wegen des 805 Mio. Euro schweren Nettoverlusts 2025 auf eine Dividende verzichten.

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Alles in allem erwartet Hartel 2026 bei einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 550 bis 700 Mio. Euro. Dabei klammert der Vorstand allerdings jegliche Folgen des derzeitigen Kriegs am Persischen Golf aus. 2025 war der operative Gewinn um 43 Prozent auf 427 Mio. Euro eingebrochen. Analysten haben für 2026 im Durchschnitt 614 Mio. Euro auf dem Zettel.

Im Herbst 2025 hatte der Chemiekonzern ein Programm zur Kostensenkung aufgelegt, mit dem er am Ende jährlich mehr als 300 Mio. Euro einsparen will. Dazu zählt auch ein Abbau von mehr als 1.500 Stellen, vor allem in Deutschland. Weltweit beschäftigte der Konzern Ende 2025 knapp 16.500 Menschen, davon etwa 10.750 in Deutschland. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2027 abgeschlossen sein.

Im Zuge der Einsparungen will sich Hartel auch in den Chemiebereichen stärker auf die margenträchtigeren Spezialitäten fokussieren, im Polysilizum-Geschäft auf den Halbleitermarkt und in der Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen. Mit Blick auf den Industriestandort Deutschland wiederholte Hartel zuletzt seine Forderung: "Wir brauchen vor allem international wettbewerbsfähige Energiepreise und einen konsequenten Bürokratieabbau."

Der Konzern bekommt unter anderem schon länger die Folgen einer trägen Bauwirtschaft zu spüren. Darunter leidet die Polymer-Sparte des Unternehmens, die Basis- und Zusatzmaterialien für Klebstoffe, Bodenbeläge, Farben und Beton herstellt. Und auch die Silikon-Sparte leidet, die vielfältige Hochleistungskunststoffe etwa für die Autoindustrie, Elektro- und Medizintechnik, aber auch die Bauwirtschaft und die Textilindustrie herstellt. Für 2026 erwartet Wacker Chemie in beiden Bereichen einen Umsatz auf Vorjahresniveau.

Das Geschäft mit dem Halbleitergrundstoff Polysilizium zeigte 2025 abermals unterschiedliche Trends. Während die Nachfrage nach hochreinem Polysilizium zur Herstellung von Computer-Chips stark blieb, lasteten regulatorische Unsicherheiten in den USA weiter auf dem Geschäft mit Polysilizium zur Herstellung von Solarpaneelen. Mit einer ähnlichen Entwicklung rechnet der Vorstand auch im laufenden Jahr. Insgesamt geht er in der Sparte von einem Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich aus.

Das Unternehmen hatte bereits Ende Jänner vorläufige Daten für 2025 vorgelegt. Unter dem Strich stand wegen Abschreibungen sowie wegen Aufwendungen im Zusammenhang für das Sparprogramm ein Verlust von 805 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte Wacker noch 261 Mio. Euro Gewinn erzielt. Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr inzwischen um 4 Prozent auf 5,49 Mrd. Euro.

Wegen des Verlusts wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, für das Jahr 2025 keine Dividende zu zahlen. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch 2,50 Euro je Aktie an die Aktionäre ausgeschüttet.

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