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Viele Anleger dürften vor dem verlängerten Wochenende in den USA und dem Quartalsende Gewinne mitgenommen haben, hieß es. Davon dürften Technologiewerte besonders stark betroffen gewesen sein. Schlechte Nachrichten kamen zudem von der Konjunkturfront.
In den USA hat sich die Stimmung der Verbraucher im August etwas stärker eingetrübt als erwartet, wie aus der von der Universität Michigan erhobenen Konsumklimaumfrage hervorgeht. Die Kaufbedingungen für langlebige Güter seien auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gesunken, teilte die Universität mit.
Der ebenfalls gemeldete PCE-Deflator, ein bevorzugtes Preismaß der US-Notenbank Fed, erfüllte mehr oder weniger die Erwartungen. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, legte leicht auf 2,9 Prozent zu. Wie es hieß, macht es dies den Währungshütern mit den erhofften Zinssenkungen nicht leicht. Der Preisdruck bleibt größer als erwünscht.
Die Gewinnmitnahmen zeigten sich am Freitag relativ ausgeprägt beim Technologie-Schwergewicht Nvidia, dessen Aktie um 3,4 Prozent fiel. Mehr und mehr wird hinterfragt, wie weit das Trendthema KI die Bewertungen noch treiben kann.
In den Software-, Chip- und IT-Sektoren, die den KI-Megatrend mitprägen, gab es vor dem Wochenende nochmals Quartalsbilanzen mit Licht und Schatten zu verarbeiten. Papiere des Halbleiterunternehmens Marvell Technology brachen belastet von einem enttäuschenden Umsatz im Geschäft mit Rechenzentren um über 18 Prozent ein. Auch der Computerhersteller Dell enttäuschte mit seinen KI-Servern, woraufhin seine Aktien knapp 9 Prozent verloren.
Besser sah es für Affirm Holdings mit einem Kurssprung um gut 10 Prozent aus. Das Finanztechnologie-Unternehmen schaffte im vierten Geschäftsquartal dank seines deutlichen Umsatzwachstums den Sprung in die Gewinnzone. Den Papieren des Konstruktionssoftware-Anbieters Autodesk verhalf eine unerwartet gute Gewinnprognose zu einem Plus von 9 Prozent.
Unter den Dow-Mitgliedern fiel neben Nvidia die Caterpillar-Aktie mit einem Minus von 3,7 Prozent als größter Indexverlierer auf. Der Baumaschinenhersteller wird beim Thema Zölle skeptischer. Die damit einhergehenden Belastungen könnten größer sein als zunächst gedacht, hieß es. Im Streit über den Rückzug des norwegischen Staatsfonds aus Caterpillar aus ethischen Gründen will Ministerpräsident Jonas Gahr Stoere unterdessen die Wogen glätten. Stoere habe dazu Kontakt zu dem einflussreichen US-Senator Lindsey Graham aufgenommen, teilte die Regierung in Oslo mit.
NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SPENCER PLATT