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Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt. "Der Wohnungsbau kommt zurück", sagte nun die deutsche Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) der Nachrichtenagentur Reuters. Der Bau-Turbo nehme Fahrt auf, Förderprogramme würden breit angenommen und das Baugesetzbuch reformiert. Hubertz betonte aber auch: "Wir kommen von einem niedrigen Niveau, und wir sind noch längst nicht dort, wo dieses Land beim Wohnungsbau stehen muss." Deshalb werde mit einem massiven Mitteleinsatz für den Sozialbau, dem weiteren Abbau von Bürokratie und der Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes für mehr bezahlbaren Wohnraum nachgelegt.
In neu zu errichtenden Gebäuden wurden im ersten Halbjahr insgesamt 103.100 Wohnungen genehmigt. Das waren 15,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,7 Prozent auf 24.000. Bei den Zweifamilienhäusern nahm die Zahl um 27,3 Prozent auf 7.700 zu. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die deutschen Bauaufsichtsbehörden 67.000 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 16,9 Prozent.
Die deutschen Wohnungsbauer klagen derzeit wieder vermehrt über stornierte Projekte. Der Anteil der betroffenen Unternehmen erhöhte sich im Juli auf 13,1 Prozent, nach 11,4 Prozent im Vormonat, wie das Ifo-Institut bei seiner Umfrage herausfand. "Die Auftragslage entwickelt sich langsam in die richtige Richtung, gleichzeitig werden wieder mehr Projekte storniert", sagte der Chef der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Das zeigt, wie fragil die Erholung im Wohnungsbau weiterhin ist." Ifo-Prognosen zufolge dürften in diesem Jahr nur 185.000 Wohnungen fertiggestellt werden - ein 15-Jahres-Tief. Der Iran-Krieg und die anziehende Bauinflation dürften Projektentwickler und Häuslbauer belasten.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/HELENA ECKEL