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Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von rund 91,4 Milliarden Euro erwartet. Das wäre ein Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber 2025 und das dritte Jahr in Folge mit einem Umsatzminus. 2023 hatte die Branche noch 101,3 Mrd. Euro umgesetzt. 2024 waren es 95,8 Mrd Euro, 2025 rund 92,9 Mrd. Euro. Als einen wesentlichen Grund für die anhaltende Schwäche nannte der Präsident der italienischen Modekammer, Carlo Capasa, die geopolitischen Spannungen. Der Krieg in der Ukraine habe dazu geführt, dass mit Russland und der Ukraine zwei wichtige Absatzmärkte weitgehend weggebrochen seien. Auch die Konflikte im Nahen Osten belasteten nach seiner Einschätzung derzeit die Konsumstimmung.
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche beim Auslandsgeschäft. Die Exporte der italienischen Modebranche - darunter Textilien, Bekleidung, Lederwaren und Schuhe - sollen 2026 voraussichtlich 84,5 Mrd. Euro erreichen. Das wären 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. In den ersten fünf Monaten gingen die Ausfuhren insgesamt um 2,3 Prozent zurück. Dabei entwickelten sich die wichtigsten Märkte unterschiedlich: Zuwächse wurden unter anderem in Frankreich (+3,7 Prozent), Spanien (+4,5 Prozent) und Hongkong (+6,8 Prozent) verzeichnet. Rückgänge gab es dagegen in den USA (-2,8 Prozent), Deutschland (-4,2 Prozent), Großbritannien (-8,8 Prozent) und Japan (-9,6 Prozent).
Noch stärker unter Druck stehen angrenzende Branchen wie Kosmetik und Schmuck. Dort gingen die Exporte um rund 7 Prozent zurück. Besonders drastisch war der Rückgang der Ausfuhren in die Vereinigten Arabischen Emirate mit 27,4 Prozent. Trotz der schwierigen Lage bleibt Italiens Außenhandel mit Modeprodukten deutlich im Plus. Der Handelsüberschuss liegt bei rund 16,3 Mrd. Euro, allerdings 1,1 Mrd. Euro niedriger als 2025.
Die Branche versucht, auf die Veränderungen der internationalen Nachfrage zu reagieren. "Die Mode passt sich an, sucht andere Absatzmöglichkeiten und stärkt diejenigen Märkte, die sich günstiger entwickeln", sagte Capasa. Die USA blieben trotz der bestehenden Zölle der wichtigste Referenzmarkt. Gleichzeitig richtet sich der Blick verstärkt nach Südamerika. Dort will die italienische Modebranche von dem Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsverbund Mercosur profitieren.
Eine wichtige Rolle bei der Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten spielt die Mailänder Modewoche. Vom 22. bis 28. September stehen insgesamt 203 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter 61 Modenschauen und 88 Präsentationen. Der Startschuss fällt mit Prada. Insgesamt sind 54 Modenschauen vor Ort und sieben digitale Shows geplant. Zu den Neuerungen gehört das Debüt der neuen Kreativdirektoren von Moschino, Loris Messina und Simone Rizzo.
MILAN - ITALIEN: FOTO: APA/APA/AFP/STEFANO RELLANDINI