
von
"Innerhalb unseres weltweit führenden Signaltechnikgeschäfts erweitert dieser Schritt unsere industrielle Präsenz in Italien und stärkt unser globales Diagnostikportfolio erheblich", sagte Michael Peter, der Chef der Zug-Sparte Siemens Mobility.
Mermec ist vor allem für seine Messzüge bekannt, mit denen der Zustand der Schienen-Infrastruktur kontrolliert werden kann. Im Kerngeschäft kommt das Unternehmen aus Monopoli bei Bari mit 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern laut einer Präsentation auf einen Umsatz von 430 Millionen Euro und eine operative Umsatzrendite (EBITDA-Marge) von 17 Prozent.
75 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Mermec in Italien, wo das Unternehmen vor allem im Fernverkehr stark in der Signaltechnik ist. Das Signaltechnik-Geschäft in Frankreich, Großbritannien und Deutschland, das Mermec erst vor wenigen Jahren von der japanischen Hitachi Rail gekauft hatte, ist bei der Übernahme ausgeklammert.
Siemens verspricht sich von Mermec eine Ankurbelung des Umsatzes in der Bahntechnik durch die Integration der Mermec-Produkte in das Angebot von Siemens in der Bahn-Infrastruktur. Mittelfristig soll das zu 400 Millionen Euro Mehrumsatz führen, langfristig zu 500 Millionen. Dabei setzt Siemens unter anderem auf die Modernisierung des Streckennetzes in Italien. Dazu kämen binnen zwei Jahren Einsparungen, die zu einem um 15 Millionen Euro höheren operativen Gewinn führten.
Mermec-Eigentümer Vito Pertosa begründete den Verkauf mit seinem Alter: "Ich bin seit neun Monaten formal im Ruhestand. Mit meiner Gesundheit steht es derzeit nicht zum Besten, und meine Kinder gehen ihre eigenen unternehmerischen Wege." Es sei ihm um die Zukunft seiner Beschäftigten gegangen. Mit dem Erlös könne er in die anderen Unternehmen seiner Industrieholding Angelo investieren, die auch in der Luft- und Raumfahrt aktiv ist.