Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar in USA

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Bruch sieht in den USA den "heißesten Strommarkt der Welt"
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Siemens Energy investiert eine Milliarde Dollar (844,6 Mio. Euro) in den Ausbau seiner US-Produktion für Stromnetz- und Gasturbinenkomponenten. Der Münchner Energietechnikkonzern reagiert damit auf den enormen Energiebedarf für Rechenzentren, die für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz benötigt werden. "Die USA sind derzeit der heißeste Strommarkt der Welt", sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch der Nachrichtenagentur Reuters. "Und ich sehe nicht, dass das aufhört."

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Der Markt sei bereits im vergangenen Jahr der größte für den Auftragseingang des DAX-Konzerns gewesen, so Bruch. Die Pläne umfassen den Bau einer neuen Fabrik in Mississippi zur Herstellung von Stromnetz-Ausrüstung. Bruch zufolge wird dies die weltweit größte derartige Anlage von Siemens Energy sein. Die Investition sei Teil eines Sechs-Milliarden-Euro-Programms.

Ein großer Teil der Nachfrage wird von Rechenzentren angetrieben. "Wir haben rund 20 Gigawatt an Erzeugungsleistung für Rechenzentren, allein in den USA." Dies umfasse sowohl Aufträge als auch Reservierungsvereinbarungen. Durch die Erweiterung in den USA, wo der Konzern 22 Prozent seines Umsatzes erzielt, werde die weltweite Produktionskapazität für große Turbinen um etwa ein Fünftel erhöht. Durch die Investition würden mehr als 1.500 Arbeitsplätze geschaffen. Siemens Energy beschäftigt in den USA mehr als 12.000 Mitarbeiter an insgesamt 25 Standorten.

Große Tech-Konzerne wie Amazon oder Microsoft investieren Hunderte von Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren in den USA. Diese benötigen mehr Strom, als das veraltete Stromnetz des Landes liefern kann. Berichten der US-Regierung zufolge könnten Rechenzentren in zwei Jahren zwölf Prozent der US-Netzkapazität beanspruchen, was fast eine Verdreifachung gegenüber 2024 wäre.

Forderungen nach einer raschen Abspaltung der verlustreichen Windkrafttochter Siemens Gamesa erteilte Bruch eine Absage. Zuerst müsse die Sparte stabilisiert und profitabel gemacht werden. Er reagierte damit auf den Vorstoß des aktivistischen Investors Ananym Capital. Dieser hatte im Dezember mitgeteilt, sich an Siemens Energy beteiligt zu haben, und forderte eine Überprüfung der Windsparte. Ananym zufolge könnte diese künftig zehn Mrd. Dollar wert sein und eine Abspaltung den Anlegern eine um 60 Prozent höhere Rendite bringen. Solange diese Dinge nicht gegeben seien, sei es der falsche Zeitpunkt, um über Abspaltungen zu sprechen, erklärte Bruch.

Siemens Gamesa hatte 2025 einen operativen Verlust von 1,36 Mrd. Euro verbucht. In diesem Jahr soll die Sparte die Gewinnschwelle erreichen und 2028 eine operative Marge von drei bis fünf Prozent erzielen. Bruch verwies auf die erfolgreiche Kehrtwende im Netzgeschäft des Konzerns als mögliches Vorbild. Dessen Marge sei von 3,6 Prozent im Jahr 2022 auf 15,8 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.

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