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Beamte des Bundeskriminalamts durchkämmten wegen des Verdachts "gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank AG" die Räume. Das Kreditinstitut bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man arbeite "vollumfänglich" mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten in der Spitze um fast vier Prozent auf ein Wochentief von 32,23 Euro ab.
Die Deutsche Bank habe in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Verdacht stünden, "zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein", teilten die Ermittler mit. Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, könnten aktuell keine Angaben gemacht werden. Insidern zufolge geht es bei der Untersuchung um Transaktionen aus dem Zeitraum 2013 bis 2018. Vorstandschef Christian Sewing führt die Bank seit April 2018, davor war er seit 2015 Mitglied des Vorstands gewesen.
Die Deutsche Bank sieht sich seit Jahren immer wieder mit Vorwürfen der Geldwäsche und Razzien konfrontiert. So zahlte das Institut im Januar 2017 Bußgelder von 630 Millionen Dollar an US- und britische Behörden. Hintergrund waren sogenannte Spiegelgeschäfte, über die den Ermittlern zufolge zehn Milliarden Dollar aus Russland gewaschen wurden. Wenige Monate später verhängte die US-Notenbank Fed eine weitere Strafe gegen die Deutsche Bank von 41 Millionen Dollar wegen mangelhafter Kontrollsysteme. Auch in der Ära des seit April 2018 amtierenden Konzernchefs Christian Sewing riss die Serie nicht ab: Kurz nach seinem Amtsantritt durchsuchten Ermittler Deutschlands größtes Geldhaus im Zusammenhang mit den "Panama Papers". 2022 folgte eine Razzia wegen des Verdachts, Geldwäscheverdachtsanzeigen zu spät erstattet zu haben.
Die Finanzaufsicht BaFin hatte der Deutschen Bank sogar Prüfer ins Haus geschickt, weil sie von der Aufsicht monierte Mängel bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht wie gefordert beseitigt hatte. Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts hatte im vergangenen Jahr vor Investoren betont, die Stärkung der internen Kontrollen bleibe eine Priorität. 2024 gab die Bank rund 1,7 Milliarden Euro aus, um Rechtsstreitigkeiten etwa um die Übernahme der Postbank zu den Akten legen zu können.
Die neuen Vorwürfe überschatten die Vorlage der Quartalszahlen, die für Donnerstag geplant sind. Analysten erwarten, dass die Deutsche Bank 2025 mit knapp sechs Milliarden Euro deutlich mehr Gewinn gemacht hat als im Jahr zuvor.