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Die erhoffte Erholung im wichtigen Weihnachtsgeschäft blieb aus. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 3,68 Mrd. Euro und lag damit am unteren Rand der zuletzt genannten Zielspanne von 3,65 bis 3,8 Mrd. Euro. Ursprünglich hatte ProSieben auf bis zu 4 Mrd. Euro gehofft. Bereinigt um Währungseffekte und den Verkauf von Unternehmensteilen lag der Umsatz zwei Prozent unter Vorjahr. Das wäre ein geringerer Rückgang als die branchenweiten TV-Werbeeinnahmen, die 2025 um vier Prozent sanken.
Die Prognosen für den operativen Gewinn hatte ProSieben nach und nach von bis zu 570 Mio. auf zuletzt 420 bis 450 Mio. Euro gesenkt. Die enttäuschende Entwicklung setzte ProSiebenSat.1 immer stärker unter Druck. Im Sommer gab der Vorstand daher den Widerstand gegen das Übernahmeangebot des italienischen Medienkonzerns MFE-Mediaforeurope auf, der in bar und in eigenen Aktien gut acht Euro je ProSiebenSat.1-Aktie bot. Damit hat sich die Holding der Unternehmerfamilie Berlusconi inzwischen mehr als 75 Prozent an dem Fernsehunternehmen aus Unterföhring bei München gesichert und den Vorstand komplett ausgetauscht. Am Dienstag verlor die Aktie rund zwei Prozent und lag mit 5,01 Euro weit unter der MFE-Offerte.
Den Italienern schwebt ein europäischer TV-Konzern vor, der Synergien zwischen den einzelnen Märkten nutzt. Randgeschäfte, mit denen sich ProSiebenSat.1 weniger abhängig vom Fernsehmarkt machen wollte, sollen verkauft werden. Zuletzt ging das Wetter-Portal "wetter.com" für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag an den Essener Medienkonzern Funke. Auch wegen der Verkäufe baute ProSiebenSat.1 seine Nettoverschuldung 2025 um etwa 170 Mio. auf rund 1,34 Mrd. Euro ab.