Österreich 2025 mit Handelsbilanzdefizit

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Hattmannsdorfer macht "Strukturveränderungen" im globalen Handel aus
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Wegen stark gestiegener Importe aus China sowie eines deutlichen Rückgangs der Ausfuhren in die USA verzeichnete Österreich 2025 ein Handelsbilanzdefizit von 6,6 Mrd. Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte bei der Präsentation der Zahlen davor, dass Europa ein "Ausweichmarkt für Dumpingimporte aus China" werde. Mit Abstand wichtigster Handelspartner Österreichs bleibt Deutschland. Mit den EU-Ländern halten sich Exporte und Importe ungefähr die Waage.

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Man sehe, dass es im weltweiten Handel "Strukturveränderungen gibt", so Hattmannsdorfer. "Auf der einen Seite die USA, die immer protektionistischer auftreten, und auf der anderen Seite China, das massiv eigene Waren und Produkte über-subventioniert." Die Importe aus China sind von 2024 auf 2025 um rund 14 Prozent gestiegen. Die Ausfuhren in die USA brachen um gut 20 Prozent ein.

Die österreichischen Gesamtexporte sind 2025 gegenüber dem Vorjahr 2024 um 0,5 Prozent auf rund 190,1 Mrd. Euro gesunken, so die vorläufigen Zahlen der Statistik Austria, die der Minister gemeinsam mit der Generaldirektorin der Statistikbehörde, Manuela Lenk, vorstellte. Die Importe stiegen dagegen um 4,1 Prozent auf gut 196,7 Mrd. Euro.

Das Handelsvolumen mit den anderen 26 EU-Mitgliedstaaten vergrößerte sich in beide Richtungen und macht insgesamt rund zwei Drittel von Österreichs Handel aus. Die Einfuhren stiegen um 2,6 Prozent auf 128,7 Mrd. Euro. Die Ausfuhren wuchsen etwas leichter um 0,6 Prozent auf 129 Mrd. Euro. Besonders stark sind die Importe aus Drittstaaten, also Nicht-EU-Ländern, gewachsen - um 7,1 Prozent auf 68 Mrd. Euro. Das Ausfuhrvolumen ging hier um 2,9 Prozent zurück auf 61,2 Mrd. Euro.

"Die Bedeutung von Deutschland ist nach wie vor auffallend", sagte Lenk. Rund ein Drittel der Einfuhren kommt von dort, bei den Ausfuhren gingen fast 30 Prozent in das Nachbarland. Bei den Importen folge China mit einem Anteil von rund 9 Prozent an zweiter Stelle, vor Italien (6,3 Prozent) und der Schweiz (5,6 Prozent). Bei den Exporten stehen nach Deutschland die USA mit 6,8 Prozent an zweiter Stelle. Danach kommen auch hier Italien (6,6 Prozent) und die Schweiz (5,2 Prozent).

Das größte Handelsbilanzdefizit mit einem einzelnen Staat hatte Österreich mit China. Der Unterschied zwischen Importen und Exporten macht hier 12,5 Mrd. Euro aus. Besonders markante Anstiege bei den China-Importen wurden in den Produktgruppen "Maschinen und Fahrzeuge", "Sonstige Fertigwaren" sowie "Bearbeitete Waren" verzeichnet.

Das größte Handelsbilanzplus gibt es mit 5,2 Mrd. Euro mit Blick auf die Vereinigten Staaten. Besonders stark fällt hier der Rückgang der Ausfuhren von chemischen Erzeugnissen (minus 46,5 Prozent) ins Auge. In der Kategorie "Maschinen und Fahrzeuge" gingen sowohl Im- wie Exporte um über 10 Prozent zurück, wobei Österreichs Exporte die Importe in diesem Bereich aber um ein vielfaches übersteigen.

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