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"Die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 zeigen, dass sich die Porr weiterhin auf einem sehr guten Kurs befindet", so CEO Karl-Heinz Strauss in einer Aussendung. Bei der Produktionsleistung zeigte dem Konzern zufolge insbesondere der länderübergreifende Tunnelbau eine äußerst erfreuliche Entwicklung. In Österreich und der Schweiz sei die Bauleistung in den ersten drei Monaten um 6 Prozent auf 515 Mio. Euro gesunken. Grund dafür seien vor allem die langen winterlichen Witterungsbedingungen gewesen. Dennoch bleibe der österreichische Markt mit einem Anteil von 45,2 Prozent an der Gesamtleistung des Konzerns "die wichtigste Stütze".
Der Tiefbau bleibt den Angaben zufolge der wichtigste Wachstumstreiber, "nicht zuletzt getragen von EU-Finanzierungen für Verkehrsinfrastruktur und Energieversorgung". Parallel dazu bleibe auch der Bedarf an Gesundheitseinrichtungen und Industrieanlagen ungebrochen.
Die Umsatzerlöse seien im ersten Quartal 2026 im Wesentlichen wegen des langen Winters und eines höheren Leistungsanteils an Arbeitsgemeinschaften um 1,5 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Personalstand verringerte sich von durchschnittlich 20.139 auf 19.939 Personen.
Der Auftragseingang floriert - die Neuaufträge legten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von 1,5 Mrd. auf 1,8 Mrd. Euro zu, ein Plus von fast 15 Prozent. Das bestätige den Wachstumstrend, der vor allem von Infrastrukturprojekten in Polen getragen werde. Die erfreuliche Entwicklung im deutschen Spezialtiefbau zeuge von einem "ersten Anspringen der Konjunktur in Deutschland".
Im österreichischen Wohnbau hätten bereits wieder "erste mittelgroße Aufträge" gewonnen werden konnten - so etwa in Wien und in Villach. Wichtige Neuprojekte seien aber auch aus dem Industriebau und der Errichtung von Bildungseinrichtungen gekommen.
Der Orderbestand wuchs heuer zum Jahresstart um 13,5 Prozent und überschritt damit erstmals knapp die 10-Milliarden-Euro-Grenze, wie der Konzern weiters bekanntgab. Vor allem die Bereiche Infrastruktur und Bahnbau in Polen sowie Großprojekte in Rumänien hätten ein deutliches Wachstum gezeigt. 3,3 Mrd. Euro des Auftragsbestands (plus 18,2 Prozent) entfallen auf die Märkte Österreich und Schweiz.
Wesentliche Impulse kommen laut Konzern auch weiterhin aus Investitionen in die Verkehrs- und Energieinfrastruktur. Finanzielle Mittel der Europäischen Union sorgten hier für eine kontinuierliche Nachfrage auf allen wichtigen Märkten der Porr. "Insbesondere in Polen und den CEE-Ländern ist das deutlich spürbar", teilte das Unternehmen mit. Der Wohnbau zeige zwar Stabilisierungstendenzen, bleibe jedoch aufgrund weiterhin anspruchsvoller Finanzierungsbedingungen, hoher Baukosten und geopolitischer Unsicherheiten herausfordernd. Demgegenüber sei der Bau von Datencentern, Gesundheitsinfrastruktur und Bildungseinrichtungen "ein wichtiger Wachstumstreiber". Insgesamt sei die europäische Bauwirtschaft zu Jahresbeginn 2026 weiterhin von einer soliden Nachfrage geprägt gewesen.
International hätten die Unsicherheiten durch den Iran-Krieg, steigende Energiepreise und mögliche Lieferkettenstörungen wieder deutlich zugenommen. "Die Porr sieht jedoch nach wie vor keine wesentliche Belastung ihrer Projektmargen durch Material-, Stahl-, Zement-, Diesel- oder Energiepreise, da direkte baubezogene Kosten weitergegeben werden können", hielt der Konzern fest. Zudem könnten Preisrisiken durch Vertragsstrukturen, aktives Risikomanagement, Preisgleitklauseln sowie gezielte Beschaffungs- und Absicherungsmaßnahmen reduziert werden.
Den Ausblick auf die Ergebnisse im Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen: Auf Basis des hohen Auftragsbestands sowie der erwarteten Marktentwicklung geht der Vorstand den Angaben zufolge "von einer moderat positiven Leistungs- und Umsatzentwicklung sowie einer Steigerung der EBIT-Marge" aus. 2025 blieb die Produktionsleistung mit 6,8 Mrd. Euro (plus 1 Prozent) nahezu unverändert, der Umsatz mit 6,3 Mrd. Euro (plus 1,7 Prozent) ebenso.
Die Porr verfolgt weiterhin das langfristige Ziel einer EBIT-Marge von 3,5 Prozent bis 4,0 Prozent bis 2030. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 wies der Baukonzern eine EBIT-Marge von 3,1 Prozent aus, im "traditionell schwächsten Quartal des Jahres" stieg sie heuer in den ersten drei Monaten von 1,0 auf 1,1 Prozent. In den Wintermonaten sei die Bauleistung niedriger, was auch die Ertragslage beeinflusse.
++ THEMENBILD ++ Ein Baucontainer auf einer Baustelle des Baukonzernes Porr AG in Wien, fotografiert am Montag, 26. April 2021. Die "Porr AG" gibt heute ihr "Jahresergebnis 2020" bekannt.