Schlechte Zahlungsmoral unter Österreichs Unternehmen

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Liquiditätsprobleme auf Kundenseite als Hauptursache
 © Barbara Gindl, Themenbild, Apa
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Schwache Nachfrage, steigende Kosten und Lieferkettenstörungen belasten Österreichs Unternehmen. Das wirkt sich auch negativ auf die Zahlungsmoral im Geschäftsbereich aus. 84 Prozent der Unternehmen berichten von verspäteten Zahlungen ihrer Geschäftskunden. Das zeigt das aktuelle Zahlungsbarometer des Kreditversicherers Atradius. Damit liege Österreich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Der Ausblick bleibe zudem verhalten.

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48 Prozent aller B2B-Verkäufe in Österreich werden laut Barometer auf Kreditbasis abgewickelt. Vor allem Industrieunternehmen nutzen Warenkredite stärker, um steigende Finanzierungskosten und Liquiditätsengpässe abzufedern. Gleichzeitig werden Zahlungsziele verkürzt. Die meisten Rechnungen werden innerhalb von 30 Tagen fällig. "Die Unternehmen versuchen, ihre Liquidität eng zu steuern und offene Forderungen schneller in Cashflow umzuwandeln", sagte Franz Maier, Atradius-Chef für Österreich, Ungarn und Südosteuropa.

Trotzdem seien bei jedem zweiten der 210 befragten Unternehmen bis zu 30 Prozent aller Rechnungen überfällig. Bei weiteren 24 Prozent seien die Zahlungen bei bis zu 60 Prozent ihrer Forderungen verspätet. Als Hauptursache werden von 54 Prozent Liquiditätsprobleme auf Kundenseite angegeben. Hinzu kämen interne Verzögerungen bei Zahlungsfreigaben, komplexere Zahlungsprozesse und längere Banklaufzeiten.

Finanzieller Puffer der Betriebe wird kleiner

Als Folge dieser Entwicklungen berichten fast die Hälfte der befragten Unternehmen (46 Prozent) von sinkenden Liquiditätsspielräumen, 23 Prozent von wachsendem externen Finanzierungsbedarf. "Verspätete Zahlungen und Forderungsausfälle treffen viele Betriebe in einer Phase, in der ihre finanziellen Puffer ohnehin kleiner werden", so Maier. Zehn Prozent der Unternehmen verzeichnen uneinbringliche Forderungen von mehr als fünf Prozent ihres in Rechnung gestellten B2B-Umsatzes.

Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Märkten setzen laut Atradius Österreichs Unternehmen häufiger auf Kreditversicherungen, Rückstellungen für Forderungsausfälle und strengere finanzielle Schutzmechanismen, um ihre Zahlungsrisiken stärker abzusichern. "Viele Unternehmen gehen inzwischen davon aus, dass die wirtschaftliche Unsicherheit kein kurzfristiges Phänomen mehr ist", so Maier weiter. Für die kommenden zwölf Monate rechne die Hälfte der Befragten mit anhaltend hohen Insolvenzraten. Es erwarten sogar 31 Prozent einen weiteren Anstieg.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL

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