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Aus Sicht des Vorstands sei es unter Berücksichtigung bereits abgegebener Erklärungen seitens der serbischen Alta Group und anderer Aktionäre "hinreichend wahrscheinlich", dass die Mindestannahmeschwelle bis zum Ende der Annahmefrist am 22. Juli erreicht werden kann, hieß es mit Blick auf das RBI-Angebot zur Begründung.
Sowohl RBI als auch NLB setzen sich eine Annahmeschwelle von 75 Prozent. Die slowenische Bank bietet 29 Euro pro Aktie, die RBI 26,5 Euro pro Aktie, wobei es sich bei letzterem um ein nachgebessertes Offert handelt. Zwar sei auch das Angebot der Slowenen "aus rein finanzieller Sicht attraktiv", der Vorstand äußert aber Zweifel daran, dass die NLB die Schwelle erreichen wird. Unlängst habe das Geldhaus noch keine Zusagen von Addiko-Aktionären zur Angebotsannahme erhalten, hieß es. Unsicherheiten gebe es außerdem mit Blick auf regulatorische Genehmigungen durch die Aufsichtsbehörden in Kroatien.
Die Pläne der beiden Geldhäuser für die Addiko Bank sind jedenfalls unterschiedlich. Nach einer Übernahme würde die RBI lediglich das Geschäft in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten wollen. Die übrigen Märkte - Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro - will sie hingegen mittels eines sogenannten Carve-outs abstoßen. Das soll im Rahmen einer Vereinbarung mit der Alta Group, die derzeit knapp 10 Prozent der Aktien hält, passieren. Außerdem dürfte sie über weitere Finanzinstrumente über zusätzlich knapp 20 Prozent an dem Unternehmen verfügen. Alta hat der RBI bereits zugesagt, ihren 10-Prozent-Anteil anzudienen, wie zuletzt aus einer Mitteilung hervorging.
Die NLB beabsichtigt indessen, alle Märkte der Addiko zu integrieren, will jedoch eine Kosten-Nutzen-Analyse für die Töchter außerhalb der EU - also Serbien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro - prüfen und diese dann gegebenenfalls verkaufen. Auch soll die Addiko nach der Übernahme weiterhin an der Wiener Börse notiert bleiben, beim Vorstand wären ebenfalls keine unmittelbaren Änderungen geplant. Im Aufsichtsrat wären dagegen - im Einklang mit dem nach einer Übernahme beherrschenden Einfluss der NLB - sehr wohl Änderungen angedacht. Der österreichische Bankbetrieb würde zumindest mittelfristig erhalten bleiben, um bestimmte Geschäftsbereiche wie Einlagenprodukte, IT oder Verwaltung aufrechtzuerhalten.
Relevant ist der Bieterkampf um die Addiko auch in Bezug auf die aufrechte Dividendenblockade durch die Europäische Zentralbank (EZB), die insbesondere von der Alta Group hervorgerufen wurde. Die EZB sieht unklare Eigentumsverhältnisse bei der Addiko Bank und riet dem Management, die Dividende vorerst auszusetzen, was für die Jahre 2024 und 2025 auch geschah. Beobachter gehen davon aus, dass eine Übernahme durch eine der beiden Banken wieder für klare Verhältnisse sorgen würde und damit auch wieder Dividenden fließen können.