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Und Analysten hatten für dieses Jahr im Schnitt lediglich ein Minus von rund zwei Prozent erwartet. Die in den USA notierten Anteilsscheine von Novo Nordisk brachen daraufhin um fast 15 Prozent ein.
Als Gründe nannte der Konzern niedrigere Preise vor allem auf dem wichtigen US-Markt, scharfen Wettbewerb sowie das Auslaufen von Patenten auf den Wirkstoff Semaglutid außerhalb der USA, der sowohl in Wegovy als auch im Diabetes-Mittel Ozempic enthalten ist. Der politische Preisdruck in den USA unter Präsident Donald Trump verschärft die Lage zusätzlich. Zugleich hat Novo Nordisk seine führende Position im Markt für Adipositas-Medikamente an den US-Konkurrenten Eli Lilly verloren, der mit Zepbound ein erfolgreiches Konkurrenzprodukt zu Wegovy etabliert hat.
Unter dem neuen Vorstandschef Mike Doustdar setzt Novo auf die neu eingeführte Wegovy-Pille und eine Werbeoffensive, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. "Wir sind sehr ermutigt durch die vielversprechende frühe Akzeptanz bei der Einführung der Wegovy-Pille in den USA", sagte Doustdar. Zugleich baut der Konzern sein Management um: Der Chef des US-Geschäfts sowie der Produktstrategie-Chef verlassen das Unternehmen.
Der pessimistische Ausblick von Novo Nordisk belastete auch die Aktien anderer Hersteller von Abnehmmedikamenten wie Eli Lilly, Structure Therapeutics oder Altimmune. "Novo hat eine schockierende Prognose für 2026 vorgelegt", urteilte Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment. "Einen zweistelligen Gewinnrückgang hatte niemand auf dem Zettel."
Für Novo Nordisk endet damit eine lange Phase zweistelliger Wachstumsraten seit der Einführung von Wegovy im Jahr 2021. Der Erfolg des Medikaments hatte den Konzern 2024 zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas gemacht.
Wegen des zunehmenden Wettbewerbs und des anhaltenden Preisdrucks überdenken Analysten nun das Potenzial des gesamten Marktes für Adipositas-Medikamente. Einige sehen das Marktvolumen bis 2030 inzwischen eher bei 80 bis 105 Mrd. Dollar (67,8 bis 89 Mrd. Euro) - deutlich unter den lange erwarteten 150 Mrd.