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"Dank der Stärke unserer Wachstumstreiber sind wir im zweiten Quartal zum Umsatzwachstum zurückgekehrt", betonte der CEO in einer Telefonkonferenz mit Journalistinnen und Journalisten. Damit bleibe das Unternehmen auf Kurs, die Jahresprognose sowie den mittelfristigen Ausblick zu erfüllen.
Der Umsatz stieg von April bis Juni um knapp 3 Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar (12,6 Mrd. Euro). Währungsbereinigt lag das Plus bei 1 Prozent. Damit ließ Novartis das erste Quartal hinter sich, in dem die Erlöse währungsbereinigt noch um 5 Prozent geschrumpft waren. Das bereinigte operative Kernergebnis stagnierte bei 5,94 Milliarden Dollar, übertraf damit jedoch die Analystenerwartungen von 5,31 Milliarden.
Finanzchef Mukul Mehta erklärte, das starke Abschneiden sei teilweise auf Einmaleffekte zurückzuführen, die sich im zweiten Halbjahr umkehren würden. Dies sei der Grund, weshalb Novartis die Jahresprognose trotz des starken Quartals nicht anhebe. Unter dem Strich brach der Reingewinn wegen höherer Steuern und Zinsaufwendungen um 19 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar ein.
Für das Gesamtjahr erwartet Novartis weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte operative Gewinn soll in ähnlicher Größenordnung sinken. Novartis-Aktien legten bis zum Mittag um fast 3 Prozent zu.
Die Zahlen verdeutlichen den Umbruch im Portfolio der Schweizer. Entresto, das im vergangenen Jahr 14 Prozent des Umsatzes ausmachte, steht nach dem Verlust des Patentschutzes auf dem Hauptmarkt USA massiv unter Generika-Druck. Die Erlöse brachen im abgelaufenen Quartal um 50 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar ein, nachdem sie zum Jahresauftakt schon um 42 Prozent nachgegeben hatten.
Neue Medikamente füllen diese Lücke: Das Brustkrebsmittel Kisqali verzeichnete ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 43 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Dollar. Auch das Multiple-Sklerose-Medikament Kesimpta sowie die Krebsmittel Pluvicto und Scemblix legten mit zweistelligen Wachstumsraten kräftig zu.
Um künftiges Wachstum abzusichern, setzt Novartis laut Narasimhan weiterhin auf gezielte Zukäufe, typischerweise im Bereich von unter 2 Mrd. Dollar. Bei passenden Gelegenheiten sei man jedoch auch offen für größere Übernahmen. Im Juli vereinbarte der Konzern den Kauf des Biotechunternehmens Myricx Bio, zuvor wurden Pikavation Therapeutics und Excellergy übernommen.
Diese Zukäufe sowie hohe Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe ließen die Nettoverschuldung im ersten Halbjahr von 21,9 Milliarden auf 39,4 Milliarden Dollar klettern. Finanzchef Mehta betonte aber, die Bilanz sei stark genug, um künftige Investitionen und Übernahmen zu stemmen.
Im zweiten Halbjahr rückt die eigene Forschung in den Fokus: Es stehen wichtige Studienergebnisse für künftige Umsatzbringer an wie das Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen, Remibrutinib gegen Multiple Sklerose sowie Del-Desiran zur Behandlung einer genetischen Erkrankung.
Vontobel-Analyst Stefan Schneider schätzt das jährliche Spitzenumsatzpotenzial dieser drei Medikamente auf zusammen rund 6,5 Milliarden Dollar. Wegen der ungewöhnlichen Häufung wichtiger Forschungsdaten rechnet er in den kommenden Monaten mit einer höheren Volatilität der Aktie.
Scharfe Kritik übte Narasimhan an der Gesundheitspolitik in Deutschland. Die kürzlich beschlossene Gesundheitsreform sei ein erheblicher Rückschlag. "Es sendet ein starkes negatives Signal an die globale biopharmazeutische Industrie, dass Deutschland unsere Branche nicht als strategischen Sektor betrachtet", sagte der Konzernchef. Dies werde künftige Investitionsentscheidungen beeinflussen.