Munich Re dampft nach Gewinnsprung Neugeschäft ein

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Finanzvorstand Buchanan sieht Munich Re "voll auf Kurs"
 © AFP, MICHAELA STACHE, Apa
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Der Rückversicherer Munich Re hat ein Jahr nach den verheerenden Waldbränden in Los Angeles wieder deutlich mehr Gewinn eingefahren. Allerdings musste der DAX-Konzern im Geschäft mit Erstversicherern zum 1. April weitere Preisrückgänge hinnehmen und fuhr sein Neugeschäft deshalb deutlich zurück. Finanzvorstand Andrew Buchanan fand die Preise jedoch immer noch "gut" und sieht die Munich Re auf Kurs zu dem angepeilten Jahresgewinn von 6,3 Milliarden Euro.

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An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an: Die Munich-Re-Aktie verlor kurz nach Handelsstart rund fünf Prozent auf 473,70 Euro und war damit unter den größten Verlierern im DAX. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier nun mehr als 15 Prozent eingebüßt.

Im ersten Quartal verdiente die Munich Re unter dem Strich gut 1,7 Mrd. Euro - rund 57 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und etwa so viel wie von Analysten im Schnitt erwartet. Dies lag vor allem an deutlich geringeren Schäden durch Naturkatastrophen. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung lagen die Großschäden diesmal nur bei 130 Millionen Euro, nachdem die Waldbrände in Kalifornien die Summe Anfang 2025 auf mehr als eine Milliarde Euro nach oben getrieben hatten. Für die Versicherungsbranche war das Ereignis mit versicherten Schäden von rund 40 Mrd. US-Dollar (34 Mrd. Euro) die teuerste Waldbrandkatastrophe der Geschichte.

Derart zerstörerische Naturereignisse gab es im Jahr 2026 bisher nicht. Auch die Belastungen durch den Krieg am Persischen Golf fallen bei der Munich Re im Vergleich dazu gering aus. Sie bezifferte die bisherigen Schäden auf insgesamt rund 90 Mio. Euro. Rund zwei Drittel der Summe entfällt den Schätzungen zufolge auf die Sparte Global Specialty Insurance, das Direktgeschäft des Rückversicherers mit Industrieunternehmen.

Wie der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück musste auch die deutlich größere Munich Re zum Jahresstart einen überraschenden Rückgang der Einnahmen hinnehmen. Der Versicherungsumsatz sank um fünf Prozent auf 15 Mrd. Euro, während Analysten einen Anstieg erwartet hatten. Das Management erklärte dies vor allem mit negativen Währungseffekten. So hatte der US-Dollar im Verhältnis zum Euro zuletzt deutlich an Wert verloren.

Die Rückversicherungssparte konnte ihren Gewinn dank der deutlich gesunkenen Großschäden um fast drei Viertel auf nahezu 1,5 Mrd. Euro steigern. Die deutlich kleinere Erstversicherungstochter Ergo aus Düsseldorf verbuchte hingegen einen leichten Gewinnrückgang auf 235 Mio. Euro.

Alles in allem sieht Finanzvorstand Buchanan die Munich Re damit "voll auf Kurs" zu ihrem Ziel, den Gewinn von 6,1 Mrd. im Vorjahr auf diesmal 6,3 Mrd. Euro nach oben zu treiben. Auch der Versicherungsumsatz soll mit 64 Mrd. Euro das bisher angepeilte Niveau erreichen - trotz des dollarbedingten Rückgangs im ersten Quartal.

Daran soll auch der anhaltende Preisrückgang im Rückversicherungsgeschäft nichts ändern. Nachdem die Munich Re wegen der schlechteren Konditionen schon bei der wichtigsten Erneuerungsrunde zum 1. Jänner auf Verträge verzichtet hatte, dampfte sie ihr Neugeschäft zum 1. April sogar um 18,5 Prozent ein. Selbst dabei musste sie, bereinigt um Inflation und veränderte Risiken, noch einen Preisrückgang um 3,1 Prozent hinnehmen.

Die kleinere Konkurrentin Hannover Rück hatte ihr Geschäft trotz einer ähnlichen Preisentwicklung hingegen kräftig ausgeweitet. Munich-Re-Finanzchef Buchanan sprach trotz der Abschläge von einem weiterhin guten Preisniveau. Dieses dürfte auch bei der nächsten Erneuerungsrunde im Juli "weitgehend gehalten werden".

Damit die Gewinne in den nächsten Jahren weiter sprudeln, will die Munich Re ihre Kosten bis zum Jahr 2030 um rund 600 Mio. Euro drücken. Dazu sollen bei der Tochter Ergo rund 1.000 Arbeitsplätze wegfallen, wie das Unternehmen bereits im Februar mitgeteilt hatte. Im Rückversicherungsgeschäft geht es nach früheren Aussagen von Munich-Re-Chef Christoph Jurecka vor allem darum, Dinge anders und besser zu machen.

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