
Der Schweizer Luft- und Raumfahrtzulieferer Montana Aerospace des österreichischen Industriellen Michael Tojner hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis spürbar verbessert. Die Nettoverkaufserlöse legten im Jahresabstand um 11,7 Prozent auf 518,4 Mio. Euro zu. Der operative Gewinn (EBIT) stieg von 32,8 Mio. auf 40,1 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 0,47 Euro, nach einem Verlust von 0,04 Euro im Vorjahreszeitraum.
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Das Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen war mit 29,7 Mio. Euro positiv, nach einem Verlust von 2,4 Mio. Euro vor einem Jahr. Die vorgelegten Finanzkennzahlen schließen den Angaben zufolge das im September 2025 veräußerte Energy-Segment aus, um eine vergleichbare Darstellung mit dem Vorjahreszeitraum zu gewährleisten.
Mit dem Verkauf habe Montana Aerospace "die Bilanz deutlich gestärkt". Im ersten Halbjahr habe die Gesellschaft die Verschuldung weiter reduzieren und einen Teil der Mittelzuflüsse aus der Transaktion vereinnahmen können. Die Nettoverschuldung betrug per Ende Juni 64,7 Mio. Euro, entsprechend dem 0,4-Fachen des EBITDA der letzten zwölf Monate (per Jahresende 2025: das 0,8-Fache).
Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielte Montana Aerospace heuer in den ersten sechs Monaten einen Gewinn (EBITDA) von 87,1 Mio. Euro - um 12,2 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode 2025. Die EBITDA-Marge verbesserte sich leicht von 16,7 auf 16,8 Prozent. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 7,1 auf 7,7 Prozent.
Die Gruppe wies für das erste Halbjahr einen Finanzverlust von 5,5 Mio. Euro aus, der damit deutlich geringer als vor einem Jahr mit 39,2 Mio. Euro ausfiel. Das sei im Wesentlichen auf günstigere nicht zahlungswirksame Währungseffekte sowie niedrigere Nettozinsaufwendungen zurückzuführen. Das Ergebnis vor Steuern drehte von minus 8,2 Mio. Euro auf 34,5 Mio. Euro ins Plus.
Die starke Entwicklung reflektiere die "anhaltend hohe Nachfrage in den Endmärkten Commercial Aerospace, Defence und Space sowie die konsequente operative Umsetzung", erklärte Montana Aerospace. Das Umsatzwachstum sei auch durch höhere Produktionsvolumina getragen worden.
Erhöht hat sich auch der Personalstand, der heuer im ersten Halbjahr 6.580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasste, nach 6.346 per Jahresende 2025.
Das Management bestätigte die Ergebnisziele für 2026 und 2027 - gestützt auf die starke strukturelle Nachfrage in der globalen Luft- und Raumfahrtindustrie, einen "Rekordauftragsbestand von 7 Mrd. Euro" und den Ausbau bestehender Kundenprogramme.
Für heuer werden ein Nettoumsatz von "über 1 Mrd. Euro" sowie ein bereinigtes EBITDA von "über 185 Mio. Euro" erwartet. Im kommenden Jahr sollen es dann "über 1,1 Mrd. Euro" Umsatz und "über 210 Mio. Euro" Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werden.
Zwischen den Geschäftsjahren 2026 und 2027 plant Montana Aerospace den Angaben zufolge Investitionen in Höhe von 60 bis 80 Mio. Euro, um Kapazitäten auszubauen und die Margen "an den wesentlichen Produktionsstandorten" weiter zu verbessern.
Parallel dazu verfolge die Gesellschaft weiterhin attraktive Akquisitionsmöglichkeiten zur weiteren Stärkung der Marktposition. Weiters werde "ein potenzielles Aktienrückkaufprogramm" geprüft.
Nach dem Rücktritt von CEO Kai Arndt, der sich heuer im April nach nur vier Monaten im Amt von der Führungsspitze verabschiedete, ist Montana Aerospace weiterhin auf Chefsuche. Neuigkeiten dazu stellte die Gesellschaft am Donnerstag für das dritte Quartal 2026 in Aussicht.
Der Verwaltungsrat arbeite unverändert intensiv an der künftigen Zusammensetzung des Managementteams. Derzeit würden die operativen Aktivitäten "weiterhin planmäßig fortgeführt und durch eine breite sowie sehr erfahrene Führungsstruktur getragen".