
von
Die positive operative Entwicklung wurde von beiden Divisionen getragen. Die auf Schläuche und Profile ausgerichtete Sparte Semperit Industrial Applications (SIA) steigerte den Umsatz um 12,0 Prozent auf 149,7 Mio. Euro, während das EBITDA um 72,7 Prozent auf 41,9 Mio. Euro anzog. Die Division Semperit Engineered Applications (SEA) verzeichnete ein Umsatzplus von 10,4 Prozent auf 206,2 Mio. Euro; ihr EBITDA verdoppelte sich auf 32,4 Mio. Euro. Als wesentliche Treiber nannte Konzernchef Manfred Stanek mehr Volumen, eine bessere Auslastung und Effizienzmaßnahmen. "Die starke Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr zeigt die hohe Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells", so Stanek.
Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 41,7 Mio. Euro, nach lediglich 2,6 Mio. Euro im Vorjahr. Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 11,3 Mio. auf minus 5,3 Mio. Euro, was vor allem auf geringere Währungsverluste beim US-Dollar zurückzuführen war. Die Eigenkapitalquote stieg per Ende Juni auf 49,5 Prozent (Ende 2025: 48,5 Prozent) und der Free Cashflow kletterte auf 30,4 Mio. Euro. Für das von einem massiven Gewinneinbruch geprägte Geschäftsjahr 2025 war die Dividende komplett ausgesetzt worden. Im Juni 2026 hatte der Mehrheitseigentümer B&C-Gruppe seinen Anteil an Semperit nach einem Übernahmeangebot auf 63,4 Prozent aufgestockt.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Semperit weiterhin ein Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich. Die Prognose für das operative EBITDA wurde bereits im Juli vor dem Hintergrund der bisherigen Geschäftsentwicklung auf rund 100 Mio. Euro angehoben (zuvor: 95 Mio. Euro). Das Management warnt jedoch vor einem deutlich anspruchsvolleren zweiten Halbjahr: Die infolge der Eskalation im Nahen Osten gestiegenen Rohstoffkosten würden insbesondere das dritte Quartal belasten. Zudem bestehen weiterhin geopolitische Unsicherheiten und eine gedämpfte Nachfrage in zyklischen Segmenten.