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Bei der Schätzung wurde angenommen, dass alle Betroffenen mindestens den zuletzt gültigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten hatten. "Da Frauen häufiger als Männer in gering bezahlten Jobs arbeiten, profitierten sie nach der Schätzung überdurchschnittlich häufig von der Mindestlohnerhöhung", erklärten die Statistiker. In rund 14 Prozent der von Frauen ausgeübten Jobs erhöhte sich demnach der Stundenverdienst, bei Männern waren es nur rund elf Prozent.
"Auch bei den Branchen gab es Unterschiede", betonten die Statistiker. Besonders stark betroffen waren das Gastgewerbe mit 47 Prozent sowie die Branchen "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" mit 37 Prozent und "Kunst, Unterhaltung und Erholung" mit 33 Prozent aller Jobs. Am wenigsten betroffen war die Branche "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" mit gut einem Prozent.
Regional zeigten sich ebenfalls Unterschiede: In Ostdeutschland lag der Anteil der betroffenen Beschäftigungsverhältnisse mit rund 14 Prozent höher als im Westen mit rund zwölf Prozent. Über alle Bundesländer hinweg wies Sachsen mit knapp 15 Prozent den höchsten Anteil an betroffenen Jobs auf, Bayern mit zehn Prozent den geringsten.
Am 1. Jänner 2027 soll der Mindestlohn in Deutschland erneut steigen - auf dann 14,60 Euro pro Stunde. Auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2025 werden geschätzt maximal sieben Millionen Jobs von der vorgesehenen Erhöhung betroffen sein, hieß es. Dies entspreche rund 18 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Monika Skolimowska