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Die Aktie von Hugo Boss gab am Dienstag trotz der schwachen Aussichten lediglich um rund 1 Prozent nach. Nach Aussage von Analysten wird der Aktienkurs weniger von den aktuellen Geschäftszahlen getrieben. "Die Kursentwicklung dürfte vielmehr von der 'Spezial-Situation' um die schleichende Übernahme durch die Frasers Group dominiert werden", kommentierten DZ Bank-Experten.
Hugo-Boss-Chef Daniel Grieder sprach von einem anhaltend schwachen Konsumumfeld, hielt aber an der Strategie fest. "Wir sind überzeugt, dass 'CLAIM 5 TOUCHDOWN' die richtigen Prioritäten setzt", sagte er.
Die gesenkte Jahresprognose ist eine Folge des bereits durchwachsenen dritten Quartals. Der Umsatz sank währungsbereinigt um 5 Prozent auf 946 Millionen Euro und das operative Ergebnis fiel gegenüber der Vorjahresperiode von 95 auf 81 Millionen Euro. Besonders die jüngere Marke Hugo schwächelte mit einem Umsatzminus von 17 Prozent, während sich die Kernmarke Boss widerstandsfähiger zeigte. In Europa belasteten vor allem die schwache Nachfrage in Großbritannien und Frankreich sowie die Unsicherheiten im Nahen Osten das Geschäft.
Lichtblicke gab es dagegen im operativen Geschäft, wo der Konzernumbau Früchte trägt. Dank Effizienzsteigerungen in der Beschaffung und einer besseren Preisgestaltung kletterte die Bruttomarge deutlich um 2,2 Prozentpunkte auf 63,3 Prozent. Zudem baute Hugo Boss seine Lagerbestände kräftig ab, was den freien Barmittelzufluss (Free Cashflow) auf 155 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Die neuen Abschreibungen auf IT-Anlagen begründete Boss mit den rasanten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), die die Nutzungsdauer von Software verkürzten.
"Wir sind in einem konstruktiven Dialog mit der Frasers Group", betonte Vorstandschef Grieder mit Blick auf den neuen Mehrheitseigner. Die britische Textil-Holding Frasers hatte im Oktober die Mehrheit an dem schwäbischen Modeunternehmen übernommen. Der von dem Milliardär Mike Ashley beherrschte Konzern hatte angekündigt, Hugo Boss künftig in die eigene Bilanz einzubeziehen. Ashley übernahm zudem den Posten des Aufsichtsratschefs bei Boss.
Hugo Boss könne vom Know-how der Briten im Einzelhandel profitieren, sagte Grieder. Auf der anderen Seite bringe auch Boss Expertise mit, von der Frasers profitiere. "Etwas, was sich nicht ändern wird, dass wir für alle Anteilseigner, für Frasers und alle anderen auch, Mehrwert schaffen werden", betonte der Manager.
TOKYO - JAPAN: FOTO: APA/APA/AFP/CHARLY TRIBALLEAU