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Die Inflation in den 21 Ländern der Währungsunion werde in diesem Jahr 3,1 Prozent, im nächsten Jahr 2,8 Prozent und 2028 dann 2,2 Prozent betragen. Die Europäische Zentralbank strebt 2 Prozent als optimalen Wert für die Wirtschaft an. Hohe Energiepreise im Zuge des Nahost-Krieges verhindern dies derzeit aber, worauf die EZB mit Zinserhöhungen reagiert hat.
Dem IWF zufolge benötigen etwa drei Viertel der europäischen Länder mittelfristig eine Kombination aus Strukturreformen zur Wachstumssteigerung und Konsolidierungsmaßnahmen zur Defizitreduzierung im Umfang von durchschnittlich etwa 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die im Rahmen der mittelfristigen finanzpolitischen Strukturpläne der EU geplante Haushaltskonsolidierung liege mit durchschnittlich etwa 2 Prozent des BIP jedoch unter dem, was in einigen Ländern erforderlich sei. Der IWF geht zudem davon aus, dass die Konsolidierung in den meisten Ländern hinter den Zielen zurückbleiben wird. Etwa ein Viertel der europäischen Länder müsse sogar um mehr als 5 Prozent des BIP konsolidieren.
Ohne politisches Gegensteuern dürfte die Staatsverschuldung massiv zulegen, sagte IWF-Experte Mateusz Szczurek der Nachrichtenagentur Reuters. Dies liege an der immer stärkeren Alterung der Bevölkerung, einem hohen Verteidigungsbedarf und der Energiewende. "Je später man anfängt, desto schwieriger wird die Anpassung." Prognosen der Europäischen Kommission vom Mai zufolge dürfte die Schuldenquote in der Eurozone von 88,7 Prozent Ende 2025 auf 91,2 Prozent im Jahr 2027 steigen.
Die Produktivität in Europa sei zu schwach, erklärte der IWF. Hindernisse im EU-Binnenmarkt müssten beseitigt werden. Es brauche zudem mehr Investitionen. Der IWF empfahl, den Übergang von fossilen Brennstoffen zu erneuerbaren Energien fortzusetzen und die Lieferketten auf ein breiteres Fundament zu stellen.
WASHINGTON - USA: FOTO: APA/APA/AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS