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Die Gemeinschaftsdiagnose trägt den Namen "Aufschwung mit Strukturproblemen - Finanzpolitik auf Abwegen." Die Institute erwarten für 2028 nur ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Dies wäre nur wenig mehr als das Wachstumspotenzial, das sich in den vergangenen Jahren verringert hat.
"Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet", sagte Konjunkturchef Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). "Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten." Im laufenden Sommer-Quartal bremse zudem Niedrigwasser die Aktivität der deutschen Wirtschaft vorübergehend. "Das staatliche Defizit nimmt weiter zu, sodass sich ein wachsender Konsolidierungsbedarf aufstaut."
Im April hatten die Ökonomen und Regierungsberater noch damit gerechnet, dass das deutsche BIP 2026 nur um 0,6 Prozent steigt und im nächsten Jahr um 0,9 Prozent zulegt. "Die Erholung fällt stärker aus als noch im Frühjahr erwartet, bleibt aber schwach", hieß es. Vor allem die Exporte und die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe legten demnach im ersten Halbjahr überraschend stark zu. "Impulse kamen von der robusten Weltkonjunktur und dem weltweiten KI-Boom." Die Experten betonten aber: "Unternehmensinvestitionen und der private Konsum blieben dagegen schwach."
Viele Ökonomen fürchten, dass das deutsche Sondervermögen mit staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung nur zu einem konjunkturellen Strohfeuer führt, sollten nachhaltige Reformen ausbleiben. Die Prognose wird im Auftrag des deutschen Wirtschaftsministeriums vom Ifo München, dem DIW Berlin, dem RWI Essen, dem IfW Kiel und dem IWH Halle erstellt.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/dpa/Monika Skolimowska