Indische Jindal Steel bekräftigt Interesse an Thyssenkrupp

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Der indische Stahlkonzern Jindal Steel hat laut Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez sein Interesse an einer Übernahme von Thyssen Steel untermauert. "Jindal Steel glaubt wie wir, an die Marktfähigkeit von klimaneutralem Stahl und hat wesentliche Investitionen in die Zukunft des Stahlstandorts Duisburg in Aussicht gestellt", sagte Lopez am Montag in seiner im Voraus veröffentlichten Rede für die Hauptversammlung am Freitag in Bochum. Doch gibt sich der Manager auch zurückhaltend.

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"Mit Jindal Steel sind wir in konstruktivem Austausch", erklärt López laut Redetext weiter. Die Aktionäre gerichtet bittet er um Verständnis, dass man zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weitergehenden Informationen zum Stand der vertraulichen Verhandlungen teilen könne. Man wolle aber transparent informieren, sobald sich konkrete Ergebnisse aus den Gesprächen ergäben.

Thyssenkrupp und Jindal Steel hatten Mitte September bekannt gemacht, dass der familiengeführte Stahlkonzern die Stahlsparte kaufen will und bereits ein unverbindliches Angebot abgegeben hat. Das für Firmenübernahmen und -verkäufe zuständige Vorstandsmitglied Volkmar Dinstuhl hatte bei der Vorlage der Jahreszahlen am 9. Dezember gesagt, dass das Angebot auf eine mehrheitliche Übernahme abziele.

López hatte die Gespräche damals als "sehr intensiv und auch sehr vertrauensvoll" bezeichnet. Zum Stand der Gespräche hatte er gesagt, dass man in einer Prüfungsphase sei, in der man sich das gesamte Vertragswerk und alle Zahlen genau anschaue. Genauere Angaben zum Zeitplan wollte er damals nicht machen.

Die angeschlagene Stahlsparte von Thyssenkrupp ist Deutschlands größter Stahlhersteller. Er konkurriert etwa mit der voestalpine aus Österreich. Ende September waren rund 26.000 Menschen in der Sparte beschäftigt. Ein harter Sanierungskurs soll sie wieder wettbewerbsfähig machen. Er sieht den Abbau und die Auslagerung von Tausenden Stellen vor.

López bekräftigte laut Redetext die Absicht des Konzerns, in Duisburg den Bau einer Anlage zur klimafreundlicheren Stahlherstellung fortzusetzen. An dem Plan halte man fest, sagte er demnach. "Mit der (...) Direktreduktionsanlage investieren wir in CO2-arme Produktion und sichern uns Wettbewerbsvorteile, sobald der Markt für grünen Stahl anspringt", erklärte López. "Die neue Anlage ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch ein klares Wertversprechen an unsere Kunden."

Die Anlage kostet rund drei Milliarden Euro und soll einen Hochofen ersetzen. Bund und Land Nordrhein-Westfalen wollen den Bau mit bis zu zwei Milliarden Euro fördern. Die Anlage soll zunächst mit Erdgas und später mit Wasserstoff betrieben werden.

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