Hannover Rück steigert Gewinn trotz Kalifornien-Feuer

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Verheerende Waldbrände in Kalifornien
 © APA/APA/AFP/JOSH LEUTZINGER
©APA/APA/AFP/JOSH LEUTZINGER
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat trotz der verheerenden Waldbrände in Kalifornien 2025 einen weiteren Rekordgewinn eingefahren. Der Überschuss stieg um 13 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Damit erreichte der Vorstand sein Gewinnziel, das er im Herbst auf rund 2,6 Milliarden angehoben hatte.

von

Für 2026 peilt Vorstandschef Clemens Jungsthöfel weiterhin mindestens 2,7 Milliarden Euro an. Allerdings musste der Rückversicherer einen weiteren Preisrückgang im Schaden- und Unfallgeschäft hinnehmen. Bei der Vertragserneuerung zum Jahreswechsel sanken die Preise der Hannover Rück im Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz und Generali risikobereinigt im Schnitt um 3,2 Prozent. Dennoch weitete der Konzern sein Geschäft um 3,3 Prozent aus.

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an: Die Hannover-Rück-Aktie verlor am Vormittag zuletzt 1,3 Prozent auf 244,60 Euro und gehörte zu den schwächeren Titeln im DAX. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier nun rund acht Prozent verloren, nachdem sein Kurs im vergangenen Mai mit 292,60 Euro den höchsten Stand seiner Geschichte erreicht hatte.

Dabei hatten Analysten längst mit einem weiteren Preisverfall in der Rückversicherung gerechnet. So hatte die Branche die Preise im Geschäft mit Erstversicherern über mehrere Jahre hinweg kräftig nach oben geschraubt. Schon Anfang 2025 gab es eine Trendwende; nun mussten die Rückversicherer weitere Abschläge hinnehmen.

So berichtete die Ratingagentur Moody's vor wenigen Tagen, dass Rückversicherungsschutz gerade in der Sachversicherung und den meisten Spezialversicherungen deutlich billiger geworden sei. Als Ursache nannten die Experten die zuletzt hohen Gewinne der Rückversicherer und die verstärkte Ausgabe von Katastrophenanleihen. Dadurch sei das verfügbare Rückversicherungskapital auf ein Rekordniveau gestiegen und habe den Wettbewerb verschärft.

In allen Weltregionen gaben die Preise nach, wie Vorstandsmitglied Sven Althoff in einer Telefonkonferenz berichtete. Deckungen gegen Naturkatastrophen seien risikobereinigt sogar um 10 bis 20 Prozent billiger geworden. Dennoch sei auch der Rückversicherungsschutz gegen Schäden durch Naturkatastrophen weiterhin größtenteils angemessen bepreist, erklärte Althoff.

Im vergangenen Jahr schlugen bei der Hannover Rück besonders die verheerenden Waldbrände in Los Angeles teuer zu Buche. Nach früheren Angaben kosteten die Zerstörungen den Konzern 615 Millionen Euro. Die gesamte Versicherungsbranche musste Studien zufolge mit rund 40 Milliarden US-Dollar (33,9 Mrd. Euro) für die Schäden geradestehen. Allerdings blieben teure Hurrikan-Schäden im weiteren Jahresverlauf aus, und auch sonst lief das Geschäft der Hannover Rück gut.

So stieg der Rückversicherungsumsatz nach vorläufigen Zahlen von 26,4 auf 26,8 Milliarden Euro. Sowohl das Schaden- und Unfallgeschäft als auch die Personen-Rückversicherung konnten ihre operativen Gewinne steigern. Dank der guten Entwicklung stockte die Hannover Rück ihre Schadenreserven auf und baute stille Lasten in den Kapitalanlagen ab. Weitere Details und den Dividendenvorschlag für 2025 will der Vorstand mit dem testierten Jahresabschluss am 12. März veröffentlichen.

Über die Autoren

Logo