Halloween-Tumulte in Wien mit acht Festnahmen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Die Polizei nahm mehrere Personen fest
 © EVA MANHART, Apa
©EVA MANHART, Apa
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
In Wien ist es in der Halloween-Nacht zu acht vorläufigen Festnahmen wegen Widerstandshandlungen sowie des Verdachts der Sachbeschädigung gekommen. Über 500 Anzeigen wurden erstattet, beim Großteil der Amtshandlungen ging es um Pyrotechnik. Mit einem solchen Gegenstand wurde in Favoriten ein Zwölfjähriger am Nachmittag schwer an der Hand verletzt. Kurz vor 22.00 Uhr wurde dann in Meidling ein Polizeifahrzeug von vorerst Unbekannten mit brennbarer Flüssigkeit beschädigt.

von

Eine Sofortfahndung führte in diesem Fall jedoch schnell zur Anhaltung eines 16-Jährigen und eines 19-Jährigen, die nach einer vorläufigen Festnahme jeweils auf freiem Fuß angezeigt wurden. Ebenfalls in Favoriten wurden in der Nacht auf Sonntag drei Zigarettenautomaten per Böller beschädigt, einer gegen 20.00 Uhr, die zwei weiteren gegen 1.00 Uhr.

Die Wiener Polizei war rund um Halloween mit mehreren hundert Polizistinnen und Polizisten im gesamten Stadtgebiet und dabei auch in zivil im Einsatz, hieß es vonseiten der Landespolizeidirektion am Sonntag. Nicht zuletzt auch deswegen, weil es bereits zuvor auf Social-Media-Plattformen Gewaltaufrufe für Halloween gegeben hatte. Das Innenministerium schrieb in einer Aussendung von einer "erwartungsgemäß intensiven Nacht", die jedoch im Vergleich zu anderen europäischen Städten in ganz Österreich relativ ruhig verlaufen sei.

Zwei Demonstrationen in der Wiener Innenstadt waren laut Medienberichten bereits am Samstagabend ohne Zwischenfälle beendet worden. Nur wenige hundert Teilnehmer nahmen demnach daran teil. Mehrere Geschäfte hatten ihre Auslagen mit Holztafeln verbarrikadiert. Eine Versammlung stand unter dem Motto "GenZWachtAuf". Protestiert wurde unter anderem für Bildung, Gesundheit und ein bezahlbares Leben.

Unter dem Motto "Gen Z regelt" hatten in zahlreichen deutschen Städten ähnliche Demonstrationen am Samstagnachmittag stattgefunden. Im Anschluss an friedliche Proteste gab es in einigen Städten wie Köln und Frankfurt jedoch gewalttätige Szenen und heftige Ausschreitungen. Schaufenster wurden eingeschlagen, Geschäfte geplündert, Molotowcocktails auf Polizisten geworfen. Alleine in Frankfurt gab es über 50 Festnahmen und 100 verletzte Polizeikräfte.

Die Landespolizeidirektion Wien hatte zuvor am Freitag mitgeteilt, dass im Zusammenhang mit auf Social-Media-Plattformen verbreiteten Gewaltaufrufen zu strafbaren Handlungen und Plünderungen von Luxus-Geschäften in der Halloween-Nacht mehrere Tatverdächtige ausgeforscht worden seien. Freitagfrüh fanden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien sechs Hausdurchsuchungen in Wien und Niederösterreich statt. Vier Tatverdächtige im Alter von 14 bis 22 Jahren wurden zur sofortigen Vernehmung vorgeführt.

Laut einer vorläufigen Bilanz des Innenministeriums (BMI) gab es bundesweit 16 Festnahmen, verletzte Polizistinnen und Polizisten wurden am Sonntag keine vermeldet. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) dankte den Einsatzkräften und hielt fest, dass "umsichtige Vorbereitung, wirksame Schwerpunktmaßnahmen im Vorfeld und professionelles Abarbeiten sowie konsequentes Einschreiten" das gesamte Einsatzgeschehen geprägt hätten.

Vermeldet wurden mehrere hundert Anzeigen wegen Pyrotechnikmissbrauchs sowie wegen strafrechtlich relevanter Delikte, etwa Sachbeschädigung. Darüber hinaus sanktionierten Polizeibedienstete mehrere hundert Mal den Pyrotechnikmissbrauch direkt vor Ort durch Organstrafmandate. Insgesamt wurden hunderte Kilogramm Pyrotechnik sichergestellt.

++ THEMENBILD ++ Handschellen (Handfesseln) der Polizei, aufgenommen am Freitag, 20. Oktober 2023 in Wien. (Gestellte Szene).

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages