Neue Zivilschutz-App ZIVA geht an den Start

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ZIVA bietet der Bevölkerung Hilfe bei Krisen
 © Themenbild, Apa, HELMUT FOHRINGER
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Die neue Zivilschutz-App ZIVA hatte am Montag auch ihren ersten Schultag und geht ab sofort an den Start. Die Applikation sei "erstmalig und einmalig" in der Europäischen Union und vereine Gefahrenanalyse, personalisierte Vorsorge und Live-Warnungen für Nutzerinnen und Nutzer, so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz in Wien. Der Österreichische Zivilschutzverband (ÖZSV) hat mit 120 Organisationen aus dem ganzen Land die App entwickelt.

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Nach einer Testphase seit Mai geht das Tool nun in den Echtbetrieb. Die letzten Monate hätten ganz deutlich gezeigt, dass "Warn- und Vorsorgesysteme leider notwendig geworden sind", so der Innenminister. "Der Bedarf wird zunehmen", sagte er im Hinblick auf die klimatischen Veränderungen. Neben dem gesamtstaatlichen Zivilschutz sei auch jeder Einzelne gefordert, sagte ÖZSV-Präsident Andreas Hanger. Wenn bisher mittels Handzettel die Bevölkerung informiert wurde, sei die App jetzt "modern und zeitgemäß", erklärte Karner. Somit werde die "Zivilbevölkerung bestmöglich auf einen Krisenfall vorbereitet", meinte Hanger. "Wir thematisieren hier Dinge, die hoffentlich nie passieren."

ZIVA setzt sich zusammen aus Zivilschutz sowie den drei Bausteinen Information, Vorsorge und Alarmierung. Die App ist auch offline bedienbar. Zwölf Szenarien und 400 Empfehlungen werden geboten, die von Nutzerinnen und Nutzern personalisiert werden können. Die Bevölkerung kann sich etwa darüber informieren, wie gefährlich Flussnähe oder Unterführungen bei Hochwasser sind, welche Sirenenalarme welche Bedeutung haben oder was in einer Blackout-Ausrüstung enthalten sein soll. Bis zu fünf Orte können personalisiert werden - vom Wohnort, Wochenendhäuschen bis zu Orten von Verwandten. Laut Hanger gebe es eine automatische Verbindung zum nationalen meteorologischen Dienst von Geosphere Austria und auch eine Weiterentwicklung zum behördlichen Warnsystem AT-Alert. "Ich weiß, es gibt auch immer den Wunsch nach analoger Information. Das wird es auch weiterhin geben", sagte Hanger. "Aber wir würden gerne alle einladen, diese App herunterzuladen."

"Wir befinden uns in einer Zeit der multiplen Krisen", betonte Reinhard Schnakl, zuständig für den Zivil- und Katastrophenschutz im Innenministerium. "Die globale Vernetzung und vor allem die steigende Komplexität der Systeme macht uns als Gesellschaft verletzbar. Wir spüren auch sehr stark die Folgen des Klimawandels, die Extremwetterereignisse, wie 100-jährliche Hochwasser, ereignen sich in immer kürzeren Abständen und alle Wetterexperten sagen uns für Europa diesen Herbst wieder eine sehr ungünstige Konstellation vorher."

Solche Hochwasser wie 2024 in Niederösterreich und Wien können auch diesen Herbst nicht ausgeschlossen werden. "Und das alles nach einem Sommer der Rekorde mit Hitze, Trockenheit und Wald- und Flurbränden - nicht nur in ganz Europa, sondern in ganz Österreich", resümierte Schnakl. Ihm zufolge gab es heuer hierzulande bereits rund 280 solcher Brände. In Europa waren es 7.600. "Viele große Herausforderungen, die aber allein nicht nur durch die Behörden und die Einsatzorganisationen gestemmt werden können, sondern eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Herausforderung sind, der wir uns alle stellen müssen."

Großes Lob gab es vom Innenminister für das große Netzwerk an haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in Österreich. "Das sind alle Profis" und "viele Länder in Europa würden uns um das beneiden".

Überarbeitet werden soll auch das staatliche Krisen- und Katastrophenmanagement (SKKM). "Die Strategie ist in die Jahre gekommen", sagte Schnakl. Diese soll nun bis Jahresende umgearbeitet und auf die neuen Herausforderungen angepasst werden.

(S E R V I C E - www.zivilschutz.at/app)

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