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Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der wichtigste Automobilmarkt der Welt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. Auch BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein.
Die Münchner sind allerdings nicht so stark vom chinesischen Markt abhängig wie beispielsweise Audi. Zudem hatten sie zumindest einen Teil der Rückgänge durch Zuwächse in Europa und den USA auffangen können, sodass der Absatz nur um 6,3 Prozent nachgab. Der Umsatz sank minimal langsamer um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.
Schon am Vorabend der Quartalszahlen hatte BMW eine Gewinnwarnung herausgegeben. Es war bereits die zweite im laufenden Jahr, die dritte binnen 13 Monaten. Die Marge im Automobilgeschäft vor Finanzergebnis (EBIT) wird für das laufende Jahr nun zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent erwartet. Bisher lag die Prognose bei 1 bis 3 Prozent.
Das bedeutet, dass das Unternehmen im Kerngeschäft Geld verlieren könnte. Schuld ist ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms, dessen Kosten - zusammen mit anderen Effekten - auf die Profitabilität drücken.
Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlung das Unternehmen zu verlassen, überraschend groß war.
Aus früheren Aussagen geht hervor, dass BMW mit gut 1 Milliarde Euro an Kosten rechnete. Weitere Kosten entstehen dadurch, dass die Münchner ältere Modelle früher als ursprünglich geplant auslaufen lassen.
Finanzchef Walter Mertl erklärt die Belastungen als Investition in die Zukunft. "Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen", sagt er. "Damit wollen wir unsere künftigen Margen stärken." Auch Konzernchef Milan Nedeljkovic betonte die Bedeutung von Tempo: "Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung. Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen."
Auch die Erwartungen für den Absatz hat BMW gesenkt. Der Konzern geht jetzt von einem moderaten Rückgang aus - das entspricht 5 bis 9,9 Prozent. Bisher hatte der Ausblick hier von einem leichten Rückgang gesprochen - das entspricht 1 bis 4,9 Prozent.
Die Prognose für den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet - hier geht der Konzern allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang aus. Das wären mehr als 15 Prozent.
Mit seinem Ergebnis im dritten Quartal schneidet BMW minimal schlechter ab als der Konkurrent Mercedes, der auf 1,52 Milliarden Euro Gewinn kam, allerdings sehr viel besser als Audi und VW.